Havelberg. Der schönsten Kleingartenanlage im Landkreis Stendal blüht auch in diesem Jahr wieder ein Fest. Dafür sorgen der Kreisverband der Kleingartenfreunde und die Volksstimme mit ihrem Wettbewerb. Dass die Gartenanlagen zu preisverdächtigen Schmuckstücken werden, dafür sorgen die weit mehr als 3400 Kleingärtner des Kreisverbandes. Matthias und Ines Bohne sind zwei davon.

Als Matthias Bohne damals wegen seiner Frau Ines von Molkenberg nach Havelberg gezogen war, hätte er nie geglaubt, irgendwann mal in einem Kleingarten zu ackern. Doch in der Havelberger Neubauwohnung fiel ihm vor Untätigkeit " die Decke auf den Kopf ". So wurde er am 4. April 1989 Gründungsmitglied in der Havelberger Sparte " Am Schwimmbad ".

Er arbeitet als Metallbauer in Havelberg. Wenn es ihm die Arbeitszeit nicht ermöglicht, im Garten zu werkeln, steht seine Frau " ihren Mann ".

In Bohnes Garten wird das Kleingartengesetz eingehalten, die Drittelteilung von Nutz- und Erholungsgarten. Den massiven Bungalow errichtete er zusammen mit Schwiegervater und Onkel, später kam die überdachte Veranda hinzu. Die Schwiegereltern steuerten auch ein Gewächshaus bei, in dem jetzt fast erntereifer Salat steht. Ein Stück vom Maschendrahtzaun hilft den Bohnen beim Rankeln.

Salat und Kohlrabi werden selbst gezogen. Erdbeeren, Kartoffeln, Zwiebeln und Schoten gedeihen in dem Garten hoch oben am Havelhang. Peperonis wachsen hier wie doll, sogar Exoten wie Thaibeeren oder Paprika gedeihen. Ein Andenken an den Havelberger Naturschützer Rolf Paproth, der im Vorjahr verstorben war, bewahren Bohnes in ihrem Garten : Einen Apfelbaum der seltenen und alten Sorte " Gefl ammter Kardinal " – leider hat der junge Baum bislang noch nicht getragen. Der Naturschützer hatte den Baum im Mühlenholz selbst gezogen.

Matthias Bohne ist mit seinen 42 Jahren nicht einmal der Jüngste in der Anlage, ein Mitglied ist sogar erst Mitte 20. Sorgen wegen der Überalterung wie andernorts gibt es hier kaum, nur ein Viertel der insgesamt 16 Mitglieder ist im Rentenalter.

Die Leiter, die quer über der Bungalowtür der Bohnes hängt, kann derzeit nicht benutzt werden : Amseln haben darauf ihr Nest errichtet. " Wir haben noch eine ", so die tierlieben Bohnes. Und wenn alle Stränge reißen sollten, gibt es ja immer noch die in diesem Kleingartenverein besonders hilfsbereiten Nachbarn.