Remkersleben l Beim Jahrestreffen der Metallbau-Innung des Bördekreises haben Vertreter von elf Betrieben entschieden 700 Euro aus der Innungskasse für eine neue Schmiedegrundausstattung zu spenden. Die Zusage, das Hilfsprojekt im Aufbau um eine neue Behindertenwerkstatt in Tandala mit neuem Werkzeug wie Amboss, Feldschmiede, Zangen und Hammer unterstützen zu wollen, gab es vergangenen Sonnabendabend in Remkersleben von Bördeinnungs-Obermeister Jens Fritzke aus Altenweddingen.

"Einen Amboss und eine Esse, quasi den Herd des Metallarbeiters, haben wir für die Schmiedeerstausstattung bereits zusammen", freut sich Christian Schreiner, der Schmied über die Spende.

Hier in seiner Schmiede hatte Asifiwe Kyando, ein Tischler aus Tansania, bereits Anfang April eine Woche lang das Einmaleins des Metallbauhandwerks gelernt. Den zehnwöchigen Auslandsbesuch für den 36-Jährigen, der seit seiner Kindheit taub ist und in seinem Heimatort Tandala in einer Tischlerei einer Behindertenwerkstatt arbeitet, hat der Eilsleber Tischlermeister Christoph Timme eingefädelt.

Er wird seinen "Austauschschüler" am 26. Mai zurück in dessen Heimat Tansania begleiten. Verständigt wird sich mit Händen und Füßen oder mit Stift und Papier, denn seit einem Unfall in seiner Kindheit ist Asifiwe taub. Für den Afrikaner, der zu Hause die Tischlerei in einer Behindertenwerkstatt leitet, war der Besuch in der Schmiede eine wertvolle Erfahrung. "Weil sie keine Schmiede im Ort haben, fehlen den Holztüren die nötigen Scharniere aus Metall. Bislang wurden einfache Möbelscharniere beim Einbau verwendet. Das muss und soll sich nun ändern. Ich zeige ihm, wie man die Bauteile selber herstellen kann", hatte Christian Schreiner bereits im April erklärt. Doch der Remkersleber wollte seinem "Lehrling" nicht nur sein Wissen mit auf den Weg geben, sondern auch eine nigelnagelneue Schmiede-Erstausstattung. Die kostet zwischen 2000 und 3000 Euro. "Um alle Werkzeuge für die neue Werkstatt für Menschen mit Behinderung kaufen zu können, bin ich weiterhin auf Sponsorensuche. Die Utensilien werden dann mit einem Container verschifft."

2009 hatte der gehörlose Tischler Asifiwe erstmals die Börde besucht. "Bei seinem zweiten Besuch sollte er einen Einblick in andere Gewerke bekommen", erklärt Christoph Timme (43) die Ausbildungsidee.

Er und seine Familie unterstützen und besuchen die Werkstatt für Menschen mit Behinderung im Diakoniezentrum Tandala bereits seit zwölf Jahren. Der erste Spatenstich für das neue Gebäude war 2012 gefeiert worden. Der Bau der neuen Werkstatt wird größtenteils über Spenden finanziert. "Die Grundmauern stehen. Jetzt soll mit den Holzbauarbeiten begonnen werden. Hierfür habe ich meine Unterstützung zugesagt", erzählt der Eilsleber. Vor Ort ist ausschließlich Handarbeit und Muskelkraft gefragt. "Das wird ein hartes Stück Arbeit", weiß er aus Erfahrung zu berichten.

Die Spendensammlung läuft in der Region über die Kirchengemeinde in Eilsleben. Spenden nimmt auch das Kreiskirchenamt in Wanzleben entgegegen.

Ein Transport mit Hilfsmitteln, Maschinen und Werkzeugen, die ein Schmied zum Arbeiten benötigt, ist bereits geplant. "Im Sommer wollen wir einen kompletten Container mit Werkzeugen und Maschinen auf die Reise schicken", sagt Christoph Timme.

"Die vor 13 Jahren für Hilfsprojekt-Transporte geänderten Zollbestimmungen ermöglichen und vereinfachen es uns, Werkzeuge für eine komplette Werkstatt verschiffen zu können", erklärt der Holzfachmann.

Christian Schreiner rührt derweil fleißig weiter die Spendentrommel. "Am Sonnabend werde ich ab 10 Uhr bei Thomas Koch, dem Holzkünstler in Hakenstedt, beim Tag der offenen Hoftür mit einem Stand vertreten sein, und für den guten Zweck sammeln."

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