Harbke l Es ist im Grunde wie ein Neubau: Stück für Stück wird das Harbker Rathaus abgetragen und sogleich wieder Stück für Stück zusammengesetzt. Buchstäblich puzzleartig traf das in den vergangenen Tagen insbesondere auf die Fassade des denkmalgeschützten Fachwerkhauses zu, das sozusagen plötzlich "unten ohne" dastand. Balken und Steine der Außenhülle wurden ersetzt, ein Feld nach dem anderen unter größter statischer Vorsicht und lieber mit einer Stützstange zu viel als zu wenig.

"Das Außenständerwerk ist jetzt größtenteils wiederhergestellt und ausgemauert", stellte Bürgermeister Werner Müller bei einer kurzen Baubesichtigung im nach allen Seiten offenen Rathaus fest. Die nächste größere Etappe wird nun zu Kopfe des Oberstübchens absolviert: "Dann sind die Dachdecker im Einsatz", so Müller. Generell sei der Fahrplan bei der Komplettsanierung längst fixiert: "Auch die folgenden Aufträge für Heizung, Sanitär und Elektrik sind bereits alle erteilt, unser Planer ist recht optimistisch, dass wir bis November fertig sind und den Karneval wieder hier eröffnen können", informierte der Bürgermeister weiter.

Er selbst sei da noch etwas skeptisch angesichts der derzeit völligen Nacktheit im Haus. Darin steht kaum noch eine Wand, sind Fenster und Türen verrückt und ist der Fußboden ein einziges Gemisch aus Sand, Putz und Staub. "Zum jetzigen Zeitpunkt wirklich schwer vorstellbar, dass das in wenigen Monaten alles durchsaniert ist", meint Müller.

Seit Herbst 2013 ist die Rundum-Erneuerung an dem 200 Jahre alten, ortsbildprägenden Gebäude in Gange - Kostenpunkt: 370000 Euro. "Die Maßnahme war wirklich überfällig, wir hatten sie ja auch schon länger ins Auge gefasst, dann aber noch einmal verschoben, um kurzfristig in die Grundschule investieren zu können", so Werner Müller. Der Eigenanteil der Gemeinde liegt bei 170000 Euro, der größere Part wird in Form von Fördermitteln aus einem EU-Programm für den ländlichen Raum von der Leader-Aktionsgruppe "Flechtinger Höhenzug" beigesteuert.