Der Kultur- und Heimatverein Sülldorf hatte zu einer Märchenwanderung rund um das Dorf im Sülzetal eingeladen. Kinder und Eltern nahmen die etwa zwei Kilometer lange Route durch das Sülzetal in Angriff und hatten dabei an verschiedenen Stationen Märchen zu erraten.

Sülldorf l Rosi Pesel ist Vorsitzende des Kultur- und Heimatvereins Sülldorf. Zusammen mit ihrem Vereinskollegen Lutz Hellbach kochte sie in der Küche der Festhalle Nudeln, die der Hof Sülldorf zur Verfügung stellte. 3,5 Kilogramm machten die beiden Vereinsmitglieder heiß. Zusammen mit der Tomatensoße, die der Hof Renart aus dem Ort spendierte, haben sich die Teilnehmer der Märchenwanderung nach der Tour das Essen schmecken lassen.

Bevor die Märchenwanderung durch das Sülzetal startete, ließen sich die Teilnehmer Kaffee und Kuchen schmecken. "Es kamen elf Kuchen zusammen, die die Einwohner Sülldorfs für uns gebacken haben", freute sich Rosi Pesel über die Unterstützung der Einwohner aus dem Dorf. Immer, wenn der Verein eine Veranstaltung plane und zu dieser Kuchen benötigt werden, gehe Vorstandsmitglied Elke Hellbach im Namen der Kultur- und Heimatvereins von Tür zu Tür und frage, wer von den Einwohnern denn einen Kuchen backen möchte. "Sie führt genau Buch und weiß, wer wann einen Kuchen gebacken hat", sagte Rosi Pesel. Die Bereitschaft der Einwohner, Kuchen für die Veranstaltungen zu backen, sei groß.

Bei der Märchenwanderung am Sonnabend durch das Sülzetal war die Kreativität der Mitglieder des Kultur- und Heimatvereins gefragt. Wie Kassenwartin Anja Grabau, die mit für die Organisation der Wanderung verantwortlich war, sagte, hatten die Teilnehmer elf Station zu absolvieren. Diese seien nach eigenen Vorstellungen der Mitglieder des Kultur- und Heimatvereins märchenhaft ausgestaltet worden. "Unsere Mitglieder suchten sich die Märchen selbst aus, die sie darstellen wollten", sagte Anja Grabau. So zeigten sie unter anderem die Märchen Hans im Glück, der Fischer und seine Frau, Max und Moritz oder Dornröschen. Die Akteure des Kultur- und Heimatvereins stellten die Märchen dar. Die Teilnehmer an der Wanderung mussten heraus bekommen, welches Märchen es war. Dafür gab es auf einem Zettel einen Stempel. Wer am Ende genügend Stempel zusammen hatte, durfte sich am großen Zauberbaum des Kultur- und Heimatvereins Süßes abpflücken.

Die Märchenwanderung hatte der Kultur- und Heimatverein Sülldorf das erste Mal veranstaltet. "Wir hätten uns doch ein paar mehr Teilnehmer gewünscht", war Vorsitzende Rosi Pesel von der Beteiligung etwas enttäuscht. Dennoch werde der Verein nicht müde, den Sülldorfern das gesamte Jahr über Veranstaltungen anzubieten. Höhepunkte seien die seit 1999 die in der Festhalle gezeigten Märchendarstellungen. Dabei würden die Laiendarsteller die Märchen frei interpretieren und auch mit ironischen Seitenhieben auf die aktuelle Situation im Sülzetal nicht sparen. "Der Saal ist dann immer sehr gut gefüllt", berichtet die Vereinsvorsitzende.

In diesem Jahr hatte der Verein bereits ein Osterfeuer in Sülldorf veranstaltet, das nach Einschätzung von Rosi Pesel "sehr gut besucht war". Nach der Sommerpause im August wird der Verein im September eine Tagesfahrt nach Berlin veranstalten. Im Oktober ist ein Besuch der Ausstellung der Sülldorfer Künstlerin Meike Dombrowsky geplant, im November steht dann die beliebte Märchenvorführung auf dem gut gefüllten Veranstaltungsplan in Sülldorf.