Oschersleben. Wenn Dr. Harry Ziethen am nächsten Mittwoch in Richtung Leipzig aufbricht, dann wird sein Auto reichlich Tiefgang haben. Immerhin will der Oschersleber Verleger etwa 250 seiner Titel mitnehmen, um sie bis zum Sonntag auf der Buchmesse zu präsentieren.

Seit Mitte der 90er Jahre hat Dr. Ziethen einen eigenen Stand auf der Leipziger Buchmesse, die für ihn und seinen Verlag große Bedeutung hat. Nicht vorrangig, um dort vor Ort Bücher zu verkaufen. Vielmehr um sich in der Literaturszene zu zeigen sowie um Kontakte zu pflegen und neu zu knüpfen. Kontakte zu Buchhändlern beispielsweise, aber auch zu Autoren, anderen Verlagen oder Druckereien.

"Das werden wieder vier sehr anstrengende Tage", sagt Ziethen, für den ja das Tagewerk nicht vollbracht ist, wenn sich an den Messetagen die Ausstellungshallen um 18 Uhr schließen. Dann beginnt vielmehr so etwas wie eine zweite Schicht, werden doch auch wieder einige seiner Autoren an den Abenden in Lesungen den geneigten Literaturfreunden vor allem die Neuerscheinungen des Dr. Ziethen Verlags näher vorstellen.

Am Donnerstag wird beispielsweise der Merseburger Nils Wieser aus "So langsam wie möglich" lesen und am Freitag der Leipziger U.S. Levin aus seinem neuen Buch "Das darf doch nicht wahr sein". Am Sonnabend stellt Christian Amling seinen nächsten Quedlinburg-Krimi "BergErz - Die Rache der Ariadne" vor und Jörg Vogel sein Buch "Nun bleiben ‘se mal schön geschmeidig."

Dass Sachsen-Anhalts Kultusministerin Birgitta Wolff für Donnerstag ihren Besuch an Ziethens Verlagsstand angekündigt hat und Ministerpräsident Wolfgang Böhmer seinen Besuch für Freitag, rundet die Messeverpflichtungen des Oschersleber Verlegers ab.

Dem aber auch nach der Messe nicht so viel Zeit bleibt, um durchzuatmen. Nicht nur, dass sein Verlag am 5. Mai 20-jähriges Bestehen feiert. Zudem sind die nächsten Projekte in Arbeit und wollen fertiggestellt werden. Allen voran ein Buch von Dr. Günther Blume, in dem der Oschersleber das jüdische Leben seiner Heimatstadt nachzeichnet.