Die Wehren sollen intern eine Lösung finden, wo das neue Löschfahrzeug 10/6 fürs Große Bruch besser aufgehoben ist, in Hamersleben oder in Wulferstedt. Die Mitglieder des Verbandsgemeinderates waren sich einig, dass darüber die "Fachmänner entscheiden sollten". In der jüngsten Ratssitzung beschäftigte sie diese Frage, als die Risikoanalyse für den Brandschutz ganz allgemein in diesem Gremium vorgestellt wurde.

Ausleben. Im Feuerwehrgerätehaus Ausleben hatten sich viele Feuerwehrangehörige eingefunden, als die Risikoanalyse für den Brandschutz im Verbandsgemeinderat der Westlichen Börde Thema war. Bereits seit Monaten wurde sie im Brandschutzausschuss und in den Wehren beraten. Sie soll für die kommenden Jahre die Handlungsgrundlage für die Verbandsgemeinde bieten.

Clemens Köhler, stellvertretender Gemeindewehrleiter, stellte das Papier ausführlich im Rat vor. Demnach sollen die Ortswehren weiterhin so ausgestattet werden, dass sie den Grundschutz in ihren Orten und in Zusammenarbeit mit Nachbarorten gewährleisten können.

Darüber hinaus sollen die Wehren in fünf Zügen organisiert werden, um sich jeweils auf eine Aufgabe zu spezialisieren. Wichtiges Anliegen darüber hinaus waren auch strukturelle Veränderungen in den politischen Entscheidungsprozessen. Köhler: "Wir sollten unbedingt festlegen, dass die Feuerwehr zum Beispiel auch bei der Bauleitplanung beteiligt wird und bei Brandschutzschauen." Nach den etwa anderthalbstündigen Ausführungen - es war das erste Mal, dass die Risikoanalyse Thema im Rat war - sprach Lothar Lindecke, Bezirksbrandmeister Sachsen-Anhalt, der bei dieser Sitzung Gast war, von "wunderbarem Material".

Ratsmitglied Ernst Brunner, der auch Vorsitzender des Brandschutzausschusses ist, meldete sich zu Wort und gab zu bedenken, dass bei allem, was man sich mit dem Brandschutzkonzept vornimmt, Kosten zu erwarten seien. "Das Papier ist gut. Da steckt viel Arbeit drin. Wenn wir das erhalten wollen, muss sich jeder klar darüber sein, dass wir woanders Abstriche machen müssen." Brunner stimmte Köhler zu, dass eine Einbindung der Wehr in die Bauleitplanung sinnvoll sei, um beispielsweise neu anzusiedelnde Unternehmer oder Biogasanlagenbetreiber mit in die Pflicht für den Brandschutz zu nehmen, damit die Verbandsgemeinde am Ende nicht allein auf Kosten für die Sicherheit sitzen bleibe.

Offen ist, wo das neu anzuschaffende Löschfahrzeug stationiert wird, das die Verbandsgemeinde für das Große Bruch anschaffen will – in Hamersleben oder in Wulferstedt. Darüber war in den vergangenen Monaten innerhalb der Wehren eine Debatte entbrannt. Im Rat betonte Andreas Dippe für die Wulferstedter Wehr, dass der Grundschutz im Ort nur mit diesem Fahrzeug gewährleistet werden könne – etwa wegen vieler hoher Gebäude, für die die Leiter dringend gebraucht werde. Hamerslebens Ortstwehrleiter Axel Dobritz unterstrich für seine Wehr, dass Schulen und Kindergärten im Ort sind, dass sie außerdem schnell in Ausleben und Üplingen sein könnten. Die Gemeindewehrleitung präferiert den Standort Hamersleben. Der Rat bat die Wehren, gemeinsam erneut zu beraten, um eine einvernehmliche Lösung zu finden. Die Sachlage könnten die Fachmänner besser beurteilen als der Rat, meinte nicht nur Karl-Heinz Gronenberg (SPD) in der Runde.

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