"Wenn Motivation und Talent zusammen kommen, so müsste man wirklich großartiges vollbringen", war vom Wehrleiter Clemens Köhler in Anlehnung an sportliche Wettkämpfe in seiner Begrüßung zur Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Ausleben zu hören. "Lasst uns schauen, wo wir stehen und auf ein Jahr der Feuerwehr zurückblicken". Das Jahr 2010 war ein Jahr der Höhepunkte und Tiefschläge.

Ausleben. Der größte Tiefschlag war sicher die Erkenntnis, dass ein Feuerwehrangehöriger zum Brandstifter wurde und alle Ideale der Wehr verraten hat. "Wir haben im letzten Jahr aber auch bewiesen, dass die Mischung aus erfahrenen Kräften und Neulingen bei uns stimmt. Im Einsatzgeschehen konnte uns nichts wirklich überraschen und wir wurden reichlich geprüft", so der Wehrleiter.

Clemens Köhler begrüßte zur diesjährigen Jahreshauptversammlung alle Kameradinnen und Kameraden, die Verbandsgemeindebürgermeisterin, Ines Becker, Bürgermeister Dietmar Schmidt, seinen Amtsvorgänger Karlheinz Röper, den Gemeindewehrleiter Harald Hinz, den Zugführer des III. Zuges Daniel Giesecke, Bezirksbrandmeister Lothar Lindecke, die Frauensprecherin des Feuerwehrverbandes Julia Brüning sowie die anwesenden Gemeinderäte.

Von insgesamt 165 Mitgliedern waren im Jahr 2010 56 Mitglieder in der Einsatzabteilung tätig, was im Vergleich zum Vorjahr ein leichtes Plus darstellt, erklärte Clemens Köhler in seinem Bericht über das vergangene Jahr. Jedoch sank die Beteiligung an den Diensten und Einsätzen. "Wir brauchen keine Mitglieder, die nur auf dem Papier stehen.", so Clemens Köhler. Er rief alle Mitglieder auf, regelmäßig an den Ausbildungen und Einsätzen teilzunehmen.

Kinderwehr im neuen Jahr zu unterstützen

Im Jahr 2010 wurde die Wehr mit 53 zum Teil schwerwiegenden, gefährlichen und dramatischen Einsätzen reichlich geprüft. Die Einsätze teilen sich in 26 Hilfeleistungen und 21 Brandeinsätze, wobei 15 dieser Einsätze als Nachbarschaftshilfe stattfanden. "Ich bin stolz auf euer Engagement, euren Mut und euren Enthusiasmus", war vom Wehrleiter an die Adresse der Kameradinnen und Kameraden zu hören. Er erinnerte auch an die Ausbildung im letzten Jahr, die von einigen Höhepunkten, wie dem Atemschutznotfalltraining in Helmstedt durchzogen war. "Ich bin stolz auf unsere Kinder- und Jugendarbeit, auf die Arbeit der Frauen, der Historiker sowie des Fördervereins. Dafür danke ich euch!", so Köhler. Im Jahr 2010 kamen über 21 000 Dienststunden, darunter über 900 unter Atemschutz zusammen.

Besonders am Herzen liegt Clemens Köhler die Zukunft der Kinderfeuerwehr. Da die bisherigen Betreuer Manon und Jenna Kluge sowie Michael Schannor aufgrund beruflicher Veränderungen das Amt nicht weiter ausüben können, sind alle aufgerufen, die Kinderfeuerwehr zu unterstützen.

Neben diesen personellen Sorgen plagen die Wehr aber auch technische. So sei das Tanklöschfahrzeug in desolatem Zustand und auch das Martinshorn an dem in die Jahre gekommenen Fahrzeug seit mehr als ein halbes Jahr defekt. Aber auch Dienst- und Schutzbekleidung für Einsatzkräfte ließen auf sich warten. Damit übte der Wehrleiter deutliche Kritik in Richtung der Verbandsgemeinde als Träger der freiwilligen Feuerwehr. "Frau Becker, bitte sorgen sie persönlich dafür, dass die Verbandsgemeine Westliche Börde ein würdiger Nachfolger unserer Gemeinde Ausleben als Träger des Brandschutzes wird", lautete der Appell des Wehrleiters an die Verbandsgemeindebürgermeisterin.

Engagierte Jugend kann sich sehen lassen

Als nächstes gab Lea Friedrich einen Überblick über die Aktivitäten der Kinderfeuerwehr, in der drei Mädchen und zehn Jungen aktiv sind. Zu den Höhepunkten im Jahr 2010 gehörten sicher die Teilnahme am Grisutag und das fünfjährige Bestehen der Kinderfeuerwehr.

Anne Eiling und Meike Derzbach ließen das Jahr 2010 aus Sicht der Jugendfeuerwehr Revue passieren. Die Jugendlichen haben insgesamt 309 Stunden für feuerwehrtechnische Ausbildung und 296 Stunden für allgemeine Jugendarbeit aufgebracht. Zahlen, die sich sehen lassen können. Beim Orientierungsmarsch der Verbandsgemeinde holten sie den ersten Platz und erinnern sich noch gern an einige Höhepunkte, wie den Besuch bei der Partnerfeuerwehr in Hamburg Billstedt Horn.

Als Frauenbeauftragte zeichnete Cindy Heicke ein überaus positives Bild der Frauen in der Wehr, die nicht nur als fördernde Mitglieder und in der Alters- und Ehrenabteilung sondern auch in der Einsatzabteilung ihren "Mann" stehen.

Sie erinnerte an die zahlreichen kulturellen Höhepunkte im Jahr 2010. Wie ereignisreich das Jahr 2010 war, zeigte sich auch am Bericht der Sicherheitsbeauftragten, Ramona Kiesswetter, die eine Bilanz der Verletzungen zog. Bei der Vielzahl an Einsätzen blieben Verletzungen, wie verdrehte Knie oder auch Blutergüsse, nicht aus. In seiner Vorhabenübersicht für 2011 gab der stellvertretende Wehrleiter, Mike Schannor, einen Ausblick auf die Ausbildungsschwerpunkte sowie die Beteiligung der Wehr am kulturellen Leben in der Gemeinde.

Zu den Höhepunkten zählte der Tagesordnungspunkt "Ehrungen und Auszeichnungen". "Mein Appell an alle, die heute geehrt werden: Tragt eure Ehrennadel auch. Seid stolz darauf. Eure Feuerwehr ist stolz auf euch", war dazu vom Wehrleiter zu hören. Auch die Jugendfeuerwehr nutzte die Gelegenheit, sich im Rahmen der Jahreshauptversammlung bei allen zu bedanken, die sie besonders unterstützt haben.

Dank des Ortschefs an die Feuerwehr

Anschließend ergriff zunächst die Verbandsgemeindebürgermeisterin, Ines Becker, das Wort. "Die Ausleber Feuerwehr leistet gute Arbeit und ist ein Vorbild. Sie setzt sich für die Gemeinde ein und leistet wertvolle, unverzichtbare Dienste", war von ihr anerkennend zu hören. "In Ausleben gibt es nicht nur Feuerwehrangehörige – sie leben Feuerwehr", sagte Ines Becker weiter. Sie versprach, die Probleme der Wehr ernst zu nehmen. "Ich habe den Bereich Feuerwehr zur Chefsache erklärt", war von ihr abschließend zu hören. Sowohl Gemeindewehrleiter Harald Hinz als auch Bezirksbrandmeister Lothar Lindecke und die Frauenbeauftragte Julia Brüning lobten schließlich die kontinuierliche Kinder- und Jugendarbeit der Wehr.

Im Namen des Gemeinderates dankte auch Bürgermeister Dietmar Schmidt, der Wehr für ihre Einsatzbereitschaft. "Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zum kulturellen Leben im Ort. Die Feuerwehr kann auf meine Unterstützung bauen", war von ihm zu hören.

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