Seit einigen Wochen schon ziehen Bilder, die den Wandel der Zeit im Ort dokumentieren, den Blick im Rathaus des Zuckerdorfes Klein Wanzleben auf sich. Klaus Bunzel, der seit Jahrzehnten im Zuckerdorf heimisch ist, hat sie aus seinem Fundus sorgsam ausgewählt und zu einer kleinen Ausstellung zusammengestellt.

Zuckerdorf Klein Wanzleben. Die gute Nachricht vorweg: Eigentlich sollte die Ausstellung von Klaus Bunzel nur noch bis zum Ostermontag im Rathaus des Zuckerdorfes Klein Wanzleben zu sehen sein. Da sie aber während des Kirchenstraßenfestes, das am ersten Juni-Wochenende in der Rabbethgestraße gefeiert wird, nochmals gezeigt werden soll, wird die Ausstellung erst kurz davor im Rathaus abgebaut.

Die Zeit sollte man nutzen, um sich alles in Ruhe anzusehen. Denn Klaus Bunzels Bilder wecken sehr viele Erinnerungen. Erinnerungen an Ereignisse wie die Tulpenfeste, einen Filmdreh oder auch die Sprengung des Geldautomaten in der Sparkasse vor zwei Jahren. Auch zahlreiche Gebäude, die heute längst abgerissen sind, werden gezeigt. "Ich habe den Zeitraum von 1962 bis heute gewählt, denn ich wollte möglichst viele Menschen mit den Motiven ansprechen", erzählt Klaus Bunzel und freut sich, dass sein Ansinnen erfüllt worden ist. Viele haben sich bereits angesprochen gefühlt und ihm viele Geschichten zu den Bildern erzählt. Das ist ein schöner Lohn, auch wenn es Klaus Bunzel schwer fiel, aus dem großen Fundus an Bildern eine Auswahl zu treffen.

Der Rentner sagt, dass er seine Kamera – inzwischen hat er auf Digitalfotografie umgestellt – oft dabei hat. "So entsteht auch oft Unerwartetes", erzählt er. Manchmal geht er aber auch gezielt los, um Ansichten für die Nachwelt festzuhalten. So hat er beispielsweise gestern den Speicher im Zuckerdorf erklommen, um sein Heimatdorf wieder einmal von oben aufzunehmen. "Ich möchte auch die Veränderungen aufzeigen", fügt er hinzu. Bereits vor einigen Jahren hatte er schon einmal aus dieser Perspektive fotografiert.

Die Fotografie hat einen Großteil seines Lebens geprägt – wenn auch immer nur als Hobby. Ein Lehrer hatte während der Schulzeit sein Interesse für die Fotografie geweckt, später ist er dann auch Mitglied des Klein Wanzleber Fotozirkels gewesen. Den Austausch damals, auch wenn es alles Laien waren, weiß er noch heute zu schätzen. Denn so konnte er sich immer mehr Wissen rund ums Fotografieren und um das Entwickeln von Bildern aneignen. In den 80er-Jahren hat Bunzel dann selbst einen Fotozirkel an der damaligen Polytechnischen Oberschule im Ort geleitet. Doch das Lernen hörte auch dabei nicht auf und so kennt er inzwischen auch in der Digitalfotografie so manchen Trick. Inzwischen hat er alle alten Fotos aus seinem Archiv digitalisiert. "Sie sind erhalten und ich habe jetzt einen kleinen Schatz", freut er sich.

Wem ein Bild aus der Ausstellung gefällt, der kann sich an den Hobbyfotografen wenden. Gern fertigt er dann einen Abzug von dem Motiv an. "Den Erlös der Ausstellung möchte ich für den Erhalt des Klein Wanzleber Freibades spenden", erzählt Klaus Bunzel. Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten der Wohnungsbaugesellschaft und der Bibliothek sowie während der Sprechzeiten des Ortsbürgermeister besichtigt werden.