Seit drei Jahren, nachdem der Landkreis 2008 den Seehäusern das Verbrennen der Weihnachtsbäume nach dem Vorbild des schwedischen Knutfestes verboten hatte, lodern hier bei der Weihnachtsbaumentsorgung im Bördeort die Flammen nur noch in den Feuerkörben zum Aufwärmen vor dem Gerätehaus. Die Weihnachtsbäume selbst landen im Schredder. Aus ihrem "Öko"-Knutfest machten die Seehäuser auch in diesem Jahr wieder eine Häcksler-Gaudi. Rund 40 Nordmanntannen sind jetzt Kleinholz. Am Rande des Festes gab Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch noch einen Ausblick auf den Festplan 2011.

Seehausen. Als Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch am Sonnabend das Radio einschaltete, ärgerte er sich über eine Meldung: Er hörte von Knutfest-Veranstaltungshinweisen, bei denen die Zuhörer aufgefordert wurden, ihren Weihnachtsbaum zum Verbrennen mitzubringen. "Das ganze muss am Wochenende irgendwo im Burgenlandkreis im Süden Sachsen-Anhalts stattgefunden haben", erinnert sich der Ortschef. "Schön, dass sich dort wohl niemand über das öffentliche Weihnachtsbaumverbrennen aufzuregen scheint, aber bei uns hat das Umweltamt diesbezüglich einen riesigen Zirkus veranstaltet", meint er. Er zielt auf das Verbot nach dem ersten Seehäuser Knutfest ab, das 2008 vom Landkreis Börde erlassen worden war und noch heute gültig ist.

Doch die Seehäuser machten aus der Not eine Tugend und führten 2009 das erste Mal das so genannte "Öko"-Knutfest ein. Ein voller Erfolg, wie sich auch am vergangenen Sonnabend wieder herausstellte. Rund 40 Nordmanntannen landeten im Schredder. Wesentlich mehr Seehäuser fanden sich dabei zum gemeinsamen Umtrunk und Klönen vor dem Feuerwehrgerätehaus ein. Die Kameraden der Feuerwehr und die Mitglieder des Heimatvereins sorgten für Würstchen vom Grill und heiße Getränke.

"Dieses Fest ist bereits zu einer festen Größe in unserem Ort geworden", erklärte am Sonnabend Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch. Der 67-Jährige nahm seinen Baum übrigens nicht mit zum Schreddern. Dieser steht noch immer zu Hause – geschmückt. Die Tanne darf wohl noch ein bisschen bleiben, bis sie aus dem Jockischen Hause geworfen wird. Der Ortsbürgermeister wird sie in diesem Fall wie viele andere wohl auch über die Biomülltonnen-Abfuhr entsorgen.

Am Rande des Festes klärte Eckhard Jockisch auf: "In diesem Jahr wird es erstmals kein See- und Vereinsfest geben. Mal sehen, wie es damit weiter geht und ob und wie sich solch ein Fest dann die Gemeinde aufgrund der Haushaltslage der Einheitsgemeinde zukünftig noch leisten kann. Aber bei uns muss niemand traurig sein, denn es gibt auch in diesem Jahr wieder in Seehausen eine ganze Reihe von großen Veranstaltungen, die sich sehen lassen können."

So werde es auch 2011 wieder ein Schützenfest mit dem Königsschießen geben. Und auch das Maibaumaufstellen ist wieder fest mit eingeplant. Am 1. Mai soll dabei auch der "Kulturpreis 2011" vergeben werden.

Natürlich werde auch wieder der Frauentag gebührend wie in den vergangenen Jahren im Sonnensaal gefeiert und auch das Floriansfest steht als feste Größe auf dem Programm der Gemeinde. Im Mittelpunkt des Jahres dürfte allerdings das "Turmfest", das für das Wochenende 2. und 3. Juli geplant ist, stehen. Dabei wird das 500-jährige Bestehen des Turmes der St.-Laurentius-Kirche gefeiert. Bis dahin, so hoffen die Seehäuser, sollen die Sanierungsarbeiten an dem Baudenkmal bereits auf Hochtouren laufen.

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