Zwischen Harbke und Helmstedt kann schon bald wieder barrierefrei gewandert werden. Die seit Jahren bestehenden Sperraufbauten am Zugang des Pfades im Südzipfel des Lappwalds sollen demnächst entfernt werden. Das ist das Ergebnis der "einvernehmlichen Lösung", die mit dem Waldbesitzer vor einigen Tagen erzielt werden konnte. Den Harbker Kurt Bauling freut‘s, denn er war es, der immer wieder auf das verfehlte Vorgehen an der Magdeburger Warte gepocht hat.

Harbke. Kurt Bauling ist ein hartnäckiger Zeitgenosse, der sich in ein Vorhaben geradezu verbeißen kann. Die Sperrung eines Wanderrundwegs im Lappwald an der Magdeburger Warte bei Helmstedt war so eine Sache, in der er nicht locker ließ, viel Geduld und Spucke investierte – und sein Anliegen nun erfolgreich durchgefochten hat. Mit einem persönlichen Schreiben vom 5. Januar teilte Sachsen-Anhalts Umwelt- und Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens dem beharrlichen Wanderfreund Bauling mit: "Bei einem Gespräch mit dem Eigentümer konnte nunmehr eine einvernehmliche Lösung erzielt werden. Er hat sich bereiterklärt, das Sperrgitter an der Magdeburger Warte wieder zu entfernen und somit die Nutzung des betreffenden Waldweges als grenzüberschreitenden Wanderweg wieder zu ermöglichen."

Mit einer gewissen Genugtuung habe er diese Zeilen gelesen, gibt Kurt Bauling zu. "Ich habe in den letzten Jahren ja mit vielen Leuten darüber gesprochen, und obwohl mir auch immer wieder moralische Unerstützung zuteil wurde, sagten doch viele, dagegen kommst du sowieso nicht an." Doch Bauling fühlte sich von Anfang an auf der richtigen Seite, wie er sagt, ließ entsprechende Passagen aus dem Landeswaldgesetz und dem Naturschutzgesetz für sich sprechen und bohrte als Bürger stetig bei Behörden und Politikern nach. "Mir missfiel es einfach, dass ausgerechnet auf diesem ehemaligen Grenzstreifen, der Deutschland so lange geteilt hat, plötzlich wieder getrennt wird, was doch eigentlich zusammengehören sollte."

Begonnen hatte alles im Jahr 2004. Das wanderfreudige Ehepaar Kurt und Ingrid Bauling hatte auf seinen Ausflügen beobachtet, dass der Pfad zunehmend "gesichert" wird. "Erst war es ein Erdwall, da haben wir uns noch nicht viel bei gedacht, dann kamen ein Stahlzaun, abgesägte Baumkronen auf dem Weg und gestapelte Baumstämme dazu", erinnert sich Kurt Bauling. Daraufhin hat er reagiert und sich – vergeblich – an die Naturschutzbehörde in Oschersleben gewandt. Auskunft damals: das sei Privatbesitz, die Behörde habe dafür keine Handhabe. Bauling sah das anders, da es sich trotz allem um einen amtlich verzeichneten Wanderweg handelt. Er ließ nicht locker, bis dann Mitte 2006 vom Landesverwaltungsamt festgestellt wurde: Die Sperren sind rechtswidrig.

Gegen den Bescheid zur Räumung legte der Eigentümer aus Hannover Widerspruch ein, die Sache landete per Klage vor dem Verwaltungsgericht Magdeburg. Das Verfahren endete zu Ungunsten des Besitzers. Dennoch sträubte er sich. Sein Argument: das Waldstück werde ständig zugemüllt; er werde die Sperren nur beräumen, wenn die Müllproblematik geregelt werde.

Im Gespräch zwischen dem Eigentümer, Minister Aeikens sowie der Harbker Landtagsabgeordneten Gabriele Brakebusch und Bürgermeister Werner Müller, das im Dezember stattfand, kam es endlich zu einer Beilegung der Streitigkeiten, was Kurt Bauling wohlwollend zur Kenntnis nimmt: "Mir ging es keinesfalls um persönliche Dinge, und ich bin mit dem Besitzer grundsätzlich einer Meinung, dass der Müll dort nichts zu suchen hat. Ich habe letztlich immer nur nachgefragt, ob das rechtens sei – und das war es nunmal nicht."

   

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