Das Jahr 2010 war für die Kameraden der Seehäuser Feuerwehr wieder ein ereignisreicher Abschnitt. Dass das Feuerwehrleben noch viel mehr umfasst als die Hilfeleistung bei Bränden, Unfällen und Ölspuren, wurde am Freitagsabend bei der Jahreshauptversammlung deutlich. In Seehausen ist die Feuerwehr auch eine wichtige Stütze für das Kulturleben.

Seehausen. Mit zehn Einsätzen lag das vergangene Jahr für die Seehäuser Feuerwehr durchaus im Durchschnitt. Ihre Hilfeleistung war zum Beispiel nach einem Gartenfeuer, nach mehreren Ölspuren, als ein Ast auf die Straße zu stürzen oder auch als ein ganzer Baum umzufallen drohte, gefragt. Zwei Fehlalarme schickten die Kameraden ebenso in die Spur, aber am meisten forderte sie wohl im August ein Verkehrsunfall, bei dem sich von einem Fahrzeug der Sattelauflieger gelöst hatte. "Der Verunfallte war übrigens kürzlich mit seiner Familie hier und hat sich bedankt, das war schon bewegend", konnte Ortswehrleiter Hans-Werner Rudloff seinen Mitstreitern berichten, bevor er sich für die geleistete Arbeit bedankte. Sein Dank aber galt auch den Partnern der Feuerwehrleute für ihr Verständnis.

Immer dabei: Knutfest bis Martinsumzug

Auch abseits der Einsätze liegt ein ereignisreiches Jahr hinter der Freiwilligen Feuerwehr Seehausen, wie der Rechenschaftsbericht des Ortswehrleiters belegte. So startete das Jahr mit dem Öko-Knutfest, bei dem die Feuerwehr gemeinsam mit dem Heimatverein bei bestem Winterwetter Weihnachtsbäume schredderte. Auch bei anderen Veranstaltungen in Seehausen war auf die Feuerwehr wieder Verlass. Gemeinsam mit den Schützen luden die Kameraden zum Osterfeuer und am 1. Mai feierten sie die offizielle Übergabe ihres neuen Löschfahrzeuges. Der alte Hilfsrüstwagen wurde nach einigen Startschwierigkeiten (beim Anlassen) doch nach Altbrandsleben überführt. Auch bei Festivitäten benachbarter Wehren und örtlicher Vereine überbrachten die Feuerwehrleute ihre Glückwünsche. Am Jahresende sicherten sie den Martinsumzug in Seehausen ab und beteiligten sich ebenso bei der Kranzniederlegung zum Volkstrauertag.

Trotzdem einige Kameraden erfolgreich an Lehrgängen teilgenommen, hatte Hans-Werner Rudloff Grund, die Beteiligung an den Dienstabenden zu bemängeln. Er hoffte, dass das Interesse wieder wächst, da auch die Technik, mit der die Kameraden umgehen müssen, immer komplexer wird. Im zurückliegenden Jahr wurden monatlich zwei Dienstabende angesetzt.

Altersabteilung und Jugend sind aktiv

Positive Signale gibt es aus der Jugendfeuerwehr, in der sich derzeit zehn Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren einen Teil ihrer Freizeit verbringen. "Die Jugend steht uns in nichts nach", resümierte der Ortswehrleiter. Neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung stehen bei ihnen auch Freizeitgestaltung und Wettkämpfe auf dem Plan. Zudem hatten sie im vergangenen Jahr auch beim Jugendzeltlager in Günthersberge ihren Spaß, wie Jugendfeuerwehrwartin Manuela Graßhoff berichten konnte. Bei den Wettkämpfen zeigten die jungen Brandschützer, was sie konnten, wenn sie sich auch nicht unter den besten Mannschaften platzierten. Ein Ausflug in den Heidepark und der Einsatz als Waffelbäcker beim Weihnachtsmarkt runden ein abwechslungsreiches Jahresprogramm ab, das auch in diesem Jahr fortgesetzt werden soll. "Ich wünsche mir auch Unterstützung für dieses Jahr", so Manuela Graßhoff, die für ihre Schützlinge schon einiges geplant hat. Rückenwind für ihre Bitte bekam sie auch von Stadtwehrleiter Burkhard Wegner und Verbandsjugendfeuerwehrwart des Feuerwehrverbandes Börde, Hans-Werner Krebs. "Allein ist es für sie als Jugendwartin schwierig, die Kinder wuseln herum, da braucht es Unterstützung von den aktiven Kameraden", so Krebs.

Genauso viele Mitglieder wie die Jugendfeuerwehr, nämlich zehn, hat auch die Alters- und Ehrenabteilung der Seehäuser Feuerwehr. Sie nutzen ihren monatlichen Treff gern, um über frühere Zeiten zu plaudern. Zudem konnte Manfred Hoppert als Mitglied der Alters- und Ehrenabteilung auch über eine interessante Harzrundfahrt und die Adventsfeier im Morsleber Informationshaus berichten.

Der Seehäuser Pfarrer Thomas Seiler lobte die gute Zusammenarbeit zwischen der Feuerwehr und der Kirche. "Wir haben in Seehausen solch ein wunderbares Miteinander", bezog er auch die anderen Vereine mit ein, bevor Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch die ehrenamtliche Arbeit der Kameraden lobte, die auch Einschränkungen im Familienleben bedeute: "Ich danke allen, die ihre Kraft investieren, auch für die, die eure Arbeit nicht einschätzen können. Eines unterscheidet euch von den anderen Vereinen, die anderen können kein Feuer ausmachen."