Zum "Tag der Arbeit" am 1. Mai luden die Sozialdemokraten und die Linke in Oschersleben zu politischen Frühschoppen ein, während der Oschersleber Sportverein (OSC) traditionell ein Sport- und Familienfest veranstaltete.

Oschersleben. Gut 200 Besucher sind der Einladung der Linken in den Wiesenpark gefolgt. Unter dem Motto "Gegen Hungerlöhne und Leiharbeit" sprachen auch Wulf Gallert, Linke-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2011, sowie Rosemarie Hein, Bundestagsabgeordnete für die Linken.

Beide betonten, dass es mehr Chancengleichheit in Deutschland geben müsse und ernteten Applaus. "Wir wollen etwas anders machen, weil immer mehr Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden", betonte Gallert mit Blick auf die Landtagswahl im kommenden Jahr. Er unterstrich zum Beispiel, dass der Schulabschluss in Deutschland inzwischen davon abhänge, ob ein Kind in einer gut- oder geringverdienenden Familie aufwächst. "Wir wollen, dass alle Menschen in diesem Land eine Perspektive haben."

Für Rosemarie Hein waren diese Punkte ebenfalls zentral. "Über 37 Prozent der Bevölkerung in Sachsen-Anhalt arbeitet in Niedriglohnbereichen", führte sie außerdem Zahlenmaterial an. "Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen." Sie forderte einen gesetzlichen Mindestlohn, weil selbst Tariflohn inzwischen häufig viel zu niedrig sei. Nach ihren Reden standen die beiden Politiker für Gespräche mit den Oscherslebern bereit, ebenso weitere Kreistagsabgeordnete, darunter Linke-Kreisvorsitzender Klaus Czernitzki. Gallert kommt bereits seit mehreren Jahren zur traditionellen Zusammenkunft zum 1. Mai in den Wiesenpark, die als zentrale Veranstaltung der Linken für den Landkreis Börde gilt.

Mit der Bevölkerung ins Gespräch kommen wollten unterdessen auch die Oschersleber Sozialdemokraten. Sie luden zu einem politischen Frühschoppen in den Biergarten "An der Alten Schmiede", um insbesondere zum Abzug der Sozialamtsmitarbeiter aus Oschersleben zu informieren. "Die Bürgernähe ist das A und O", erklärte Petra Peter, stellvertretende SPD-Vorsitzende in Oschersleben. "Wir kämpfen deshalb dafür, dass nicht noch mehr Ämter wegziehen." Das sei vor allem deshalb wichtig, weil die Verkehrsverbindungen nach Haldensleben und Wolmirstedt ungünstig seien, was für ältere Menschen wie für Berufstätige ein Problem darstelle. Die SPD untermauert damit ihre Kritik am kürzlichen Abzug von Teilen des Sozialamtes von Oschersleben nach Haldensleben und Wolmirstedt. Das betraf Mitarbeiter des Bereichs "Hilfe in besonderen Lebenslagen". Um zu demonstrieren, dass dieses Thema für sie noch lange nicht vom Tisch ist, hatten die Sozialdemokraten Schilder mit der überspitzten Botschaft aufgestellt: "Sozialamt weg. Beste Grüße: Ihr Landrat" Und: "Wir bleiben dran und kämpfen weiter. Beste Grüße: Ihre SPD". Zum politischen Frühschoppen und zum Austausch zu diesem Thema waren Parteimitglieder und Sympathisanten gekommen.

1. Mai mit 1. Punktspiel auf neuem Rasen

An die 500 Gäste konnte der OSC unterdessen im Jahnstadion zum traditionellen Sport- und Familienfest begrüßen. Das fiel in diesem Jahr eine Nummer größer aus. "Wir feiern am 1. Juli unser 20-jähriges Bestehen", begründet Vorsitzender Joachim Kunkel. So bot die Sportjugend Börde zwei Hüpfburgen, Torwandschießen und Kistenklettern. Die Oschersleber Verkehrswacht hatte einen Spaßparcours aufgebaut. Daneben genossen die Besucher Gegrilltes und die laufenden Turniere.

Noch vor Beginn des großen Festes hatte Kunkel die neue Rasenfläche an der Breitscheidstraße gemeinsam mit Bürgermeister Dieter Klenke offiziell übergeben. Sie war seit vergangenem Herbst für 60 000 Euro erneuert worden – gut zwei Drittel des Geldes aus Stadtmitteln, daneben kamen Zuschüsse von der Kreissparkasse Börde sowie aus dem OSC-Förderpool. Kunkel bedankte sich bei Bürgermeister Klenke für die Unterstützung der Stadt. Der Platz sei vor allem deshalb unentbehrlich, weil der Verein inzwischen soviele Nachwuchsmannschaften und Spieler wie noch nie habe. "Es ist schön, dass die Freigabe an diesem ersten Mai auch zum großen Familienfest stattfindet", freute sich Klenke für den OSC – auch mit Blick auf das Jubiläumsjahr des Vereins, dessen feierliche Stimmung an diesem ersten Mai zu spüren war.

   

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