Meyendorf. Auf die Vierzig oder genauer gesagt auf zwei Zwanziger wurde gestern im Betreuungszentrum Kloster Meyendorf angestoßen. Dabei hatte die Pflegedienstleiterin Gabriele Behne doch glatt gedacht, dass ihre Kollegen ihre 20-jährige Betriebszugehörigkeit, die sie am 2. April – also Karfreitag beging – vergessen hatten. Im Gegenteil, nur sollte der Anlass auch gebührend begangen werden und das ging schlecht, weil über die Feiertage doch einige frei hatten.

Gestern war dafür im Kloster-Café alles vorbereitet und alle warteten auf Schwester Gabi, die völlig ahnungslos war. Folglich kullerten dann beim Anblick der Kollegen und des riesigen Transparentes, das diese gestaltet hatten, die Tränen der Freude und der Rührung.

Einen Blumenstrauß verbunden mit den herzlichsten Wünschen überreichte die Geschäftsführerin Inge Kraus aber auch an Katrin Nehring, die bereits am 28. Dezember 1989 ihren Dienst als " Beiköchin " in dem Heim begonnen hatte. Also vor einigen Monaten auch ihre 20-jähriges Betriebszugehörigkeit feiern konnte. " Das krumme Datum ist typisch für Katrin, eigentlich hätte sie erst am 1. Januar 1990 anfangen sollen, aber sie sagte damals schon : ‚ Wenn Ihr mich braucht, komme ich schon am 28. Dezember ", erinnerte sich Inge Kraus. Und so sei das auch heute noch : Es zeichnet sie aus, dass sie da ist, wenn sie gebraucht wird.

Ihr zu Ehren und zu Ehren von Gabriele Behne waren zahlreiche Kollegen, auch einige aus den Außenhäusern, dem Laurentiushof in Etgersleben und dem Seniorengarten in Seehausen, sowie der Heimbeirat erschienen. " Es ist heutzutage ja nicht mehr gang und gebe, dass man so lange in dem gleichen Betrieb arbeitet ", meinte Inge Kraus, ehe sie die besten Wünsche an Gabriele Behne in Form eines offenen Briefes weitergab, fein säuberlich in der Sie-Form verfasst, obwohl die meisten die Pflegedienstleiterin mit " Schwester Gabi " ansprechen.

So hieß es : " Ohne Sie stünden wir heute nicht da, wo wir sind : Eine stationäre Pflegeeinrichtung mit sehr gutem Ruf nah und fern, mit verlässlichem, gut qualifiziertem und motiviertem Personal, mit mehrheitlich zufriedenen Bewohnern und deren Angehörigen und Betreuern und mit einer Geschäftsleitung, die stolz darauf ist, Sie im Team zu haben. " Inge Kraus bezeichnete sie als unverzichtbare Stütze, eine Fachfrau im Bereich Pflege, eine Ansprechpartnerin bei allen Sorgen und für die meisten Mitarbeiter Vertraute Nummer eins. Wenn andere schon verzweifelten, gehe sie sofort daran, die Schieflage wieder in die richtige Richtung zu dirigieren.

Und Gabriele Behnes Mitarbeiterinnen waren sich sicher, solch eine wie sie müsse man gut pflegen, damit sie dem verrückten Treiben recht lange noch erhalten bleibe.

Gabriele Behne selbst erinnerte sich an 20 Jahre mit Höhen und Tiefen, in denen sie und ihre Mitstreiter viel geschafft hätten, und hofft, dass sie noch eine Weile im Kloster weiterarbeiten darf.