In der Wanzleber Stadt- und Kreisbibliothek werden schon die Jüngsten an Bücher und das Lesen herangeführt. Um auch die Leselust aufrechtzuerhalten, werden auch ältere Kinder und Erwachsene immer wieder zu Veranstaltungen verschiedener Art eingeladen. So war es auch gestern.

Wanzleben. Einmal öfter klappten gestern in der Wanzleber Stadt- und Kreisbibliothek die Türen, denn gleich mehrere Gäste hatten sich angekündigt. In der Kinderbibliothek in der unteren Etage genossen die Mädchen und Jungen der evangelischen Kindertagesstätte Wanzleben das Bilderbuchkino unter dem Titel " Kemal, Felix und der Nikolaus " und blätterten danach in verschiedenen Büchern. Den Mädchen gefielen die mit den Prinzessinnen besser, die Jungen interessierten sich mehr für Piraten, Polizei und Feuerwehr.

Auch das Programm " Bibfit " trägt dazu bei, dass die Kinder an Bücher herangeführt werden. " Das Programm richtet sich an Vorschüler und wir wollen ihnen zeigen, was es in der Bibliothek gibt, welche Regeln in der Bibliothek gelten und welcher Unterschied zwischen Kaufen und Ausleihen besteht ", erklärte Bibliotheksmitarbeiterin Verena Schillat. Die Kinder bekommen kleine Lesekarten und können sich damit auch ihre ersten Bücher ausleihen, die sie dann zum nächsten der insgesamt vier " Bibfit " -Termine wieder mitbringen. Die Kindergärten nehmen das Angebot dieses Bibliotheksführerscheins gern an.

Ebenso gern kommen auch Schulklassen in die Bibliothek. So werden beispielsweise Führungen für die zweiten, fünften und siebenten Klassen angeboten. Reizvoll sind aber auch andere Projekte für Schüler, zum Beispiel das szenische Spiel, zu dem gestern die Hallenser Theaterpädagogin Melanie Peter einlud. Eine siebente Klasse der Wanzleber Sekundarschule und eine achte Klasse des Börde-Gymnasiums nutzten die Gelegenheit, auf diese Weise ein bisschen Theater zu spielen. Nach einer kurzen Erwärmung, bei der sich alle mit vielen Gesten vorstellten, sollten die Schüler Standbilder darstellen und erkennen, in welchen Situationen man derartige Figuren machen könnte. Das szenische Darstellen zu Sprichworten wie " Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein " oder " Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen " war schon etwas schwerer, aber durchaus machbar.

" Die Schüler sollen einen Eindruck vom Theater bekommen und den Unterschied von Theater und Geschichten in Büchern erkennen ", erklärte Melanie Peter den Hintergrund ihrer Arbeit, bei der den Teilnehmern aber auch vermittelt werden soll, wie man mit einfachen Mitteln Geschichten darstellen kann. " Das szenische Spiel ist eine Abfolge von Bildern, jedes bedeutet etwas, egal wie man steht, liegt oder geht ", sagte sie. Bei der Auslegung gibt es kein Richtig oder Falsch, nur zahlreiche unterschiedliche Ideen.

Bei allem Trubel in der Bibliothek denken Bibliotheksleiterin Ilona Bloch und ihre Mitarbeiterin Verena Schillat auch immer wieder an ihr Qualitätssiegel. Das Siegel der Stufe I haben sie im vergangenen Monat bekommen, doch sie sind bestrebt, im kommenden Jahr auch die Stufe II zu erreichen. Um sich für die zweite Stufe bewerben zu können, mussten Ilona Bloch und Verena Schillat zunächst das Zertifikat als Qualitäts-Trainer erlangen. " Das haben wir geschafft ", so Ilona Bloch.

Bei der Stufe II wird die Arbeit in der Bibliothek von Kunden und einem sogenannten Mystery-Checker bewertet. Die aktive Phase, in der auch die Bibliotheksdamen ein Stärken-Schwächen-Profil erstellen müssen, beginnt im April. Parallel dazu haben sie aber auch noch Zeit, an den Maßnahmen zur Mängelbeseitigung aus der Stufe I zu arbeiten. " Vieles haben wir schon abgearbeitet, so haben wir einen Flyer erstellt, einen Beschwerdekasten angebracht sowie den Schaukasten und die Homepage aktualisiert ", erklärte Ilona Bloch. Jetzt soll nur noch eine neue Regaleinteilung nach Themengebieten in der Kinderbibliothek umgesetzt werden.