Der Landkreis Börde hat am Montag vor dem Amtsgericht Oschersleben bei einer Zwangsversteigerung Flächen im Waldgebiet Hohes Holz erstanden, die rund um die frühere Ausflugsgaststätte " Hubertushöhe " liegen. Für die etwa 25 Hektar hat der Kreis unter mehreren Interessenten am meisten geboten und muss für die Grundstücke zusammen 7 160 Euro zahlen.

Neindorf. Die Waldgaststätte " Hubertushöhe " im Hohen Holz bei Neindorf ist eine Insel mitten im Grün. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude und der Grund und Boden, auf dem es steht, gehört dem Osnabrücker Gastronom Siegfried Urmoneit. Der hatte Gaststätte und Grundstück Anfang 2008 bei einer Zwangsversteigerung vor dem Amtsgericht Oschersleben erstanden. Das Land um den Urmoneit-Besitz herum gehört seit Montag dem Landkreis Börde. Der hat die etwa 25 Hektar Wald unter mehreren Bietern für 7 160 Euro ersteigert.

" Ich kann noch nicht sagen, was ich jetzt mache. Abwarten und noch mit dem Landkreis sprechen ", sagte Urmoneit auf Volksstimme-Nachfrage zu seinen Plänen mit " Hubertushöhe ". Viel Bewegungsspielraum bleibt dem Gastwirt aus Niedersachsen nicht. Ihm gehört nur der Grund und Boden, auf dem die Ausflugsgaststätte direkt steht. Das denkmalgeschützte Gebäude verfällt mehr und mehr, musste bereits mehrfach auf Anweisung des Oschersleber Ordnungsamtes vor unberechtigtem Eindringen gesichert werden.

" Der Landkreis Börde will den Bereich um die Ausflugsgaststätte wieder waldnah herrichten und vom vielen Müll befreien ", kündigte Gerald Hering, in der Landkreisverwaltung verantwortlicher Mitarbeiter für den Kommunalwald, gegenüber der Volksstimme an. Hering war es auch, der mit einer Vollmacht von Landrat Thomas Webel ausgestattet, die Flächen rund um " Hubertushöhe " für den Kreis vor dem Amtsgericht Oschersleben ersteigerte. Im Zuge eines Zwangsvollstreckungsverfahrens gegen den bisherigen Besitzer, den Holländer Berend Spoelder, der seit längerem nicht aufzufinden ist. Das Finanzamt hatte den Versteigerungstermin am Montag vor Gericht angestrebt.

Neben der Müllentsorgung will der Kreis zunächst die Gefahren beseitigen, die vom Spielplatz neben der Ausflugsgaststätte ausgehen. Der Spielplatz ist 19 Jahre alt, die Geräte haben keinen TÜV mehr. " Das Holz ist brüchig und muss als mögliche Gefahrenquelle weg ", begründete Hering den von heute an geplanten Abriss des " Hubertushöhe " -Spielplatzes. Auch dem Gebäude der Ausflugsgaststätte " Hubertushöhe " selbst stellt der Kreisverwaltungsmitarbeiter kein gutes Urteil aus. Es scheint stark baufällig und im höchsten Maße sanierungsbedürftig. " Dafür ist aber der Eigentümer verantwortlich ", sagte Hering. Ob andere Behörden des Landkreises wie die Bauaufsicht tätig werden, könne er noch nicht sagen. Nach dem jetzigen Stand der Besitzverhältnisse stünden der alte Selbstbedienungstrakt, das Heizhaus und das sogenannte grüne Zimmer auf dem Grund und Boden des Landkreises. Auch die Zuwegung gehört dem Kreis.

Für Gerald Hering sei es durchaus vorstellbar, dass der Landkreis " Hubertushöhe " in einer geeigneten Art und Weise " wieder zum Leben erwecken kann ". Die politischen Entscheidungsträger im Kreistag seien gefragt, ein Nutzungskonzept auf den Weg zu bringen. Der Willen der Kreisverwaltung sei vorhanden, es ordentlich zu regeln. " Wir sind auf einem guten Weg im Hohen Holz. Der Wald war jahrzehntelange eine Perle der Naherholung für die Menschen und soll es wieder werden ", steckte Hering das Ziel ab. Bereits mit der Neugestaltung der " Birkenquelle " zwischen Neubrandsleben und Altbrandsleben habe der Kreis gezeigt, dass er sich der Verantwortung in seinem Kommunalwald stelle.