Ein vom Eigentümer vernachlässigter baufälliger Hausgiebel hat in Dreileben folgende Kettenreaktion ausgelöst : Weil der Giebel abzustürzen droht, musste ein Abschnitt der Parkstraße voll gesperrt werden. Das wiederum hat zur Folge, dass der Schulbus hier ab sofort keine Wendeschleife zur Haltestelle in der Lindenstraße mehr fahren kann. Die Kinder mussten überraschend am Freitag an der Hauptstraße eingerichteten Haltestelle einsteigen. Viele Eltern halten dies aber für viel zu gefährlich und fordern eine schnelle Änderung der Situation.

Dreileben. Antje und Holger Lohse haben mit der Umstellung der Haltestelle an die Hauptstraße mehr als ein ungutes Gefühl. Ihre Tochter ist gerade eingeschult worden, soll nun die stark frequentierte Hauptstraße ( Tempo 50 erlaubt ) überqueren und sich hier an ein provisorisches Haltestellen-Schild auf einer Rasenfläche stellen. Auch Gabriele Hansekowski ist entsetzt. " Wer weiß wie lange die Sperrung der Parkstraße noch so bleibt. Bei Regen im Herbst und in der Dunkelheit wird es für die Kinder an der, neuen ‘ Haltestelle doch noch gefährlicher. Die Kinder haben an dieser Stelle auch keine befestigte Wartefläche ", meint sie und bangt um ihre siebenjährige Tochter Sandra.

Die Eltern erfuhren durch Zufall von der Umsetzung der Haltestelle. Am Freitagmorgen soll der Busfahrer durch Zuruf die an der üblichen Haltestelle in der Lindenstraße wartenden Kinder auf den neuen Standort aufmerksam gemacht haben. Auch Dreilebens Bürgermeister Gero Herbst erklärt, als er auf die, neue ‘ Haltestelle angesprochen wird : " Ich habe davon auch erst am Donnerstag erfahren. "

Ausgelöst hat den Ärger um die in Kreuzungsnähe aufgestellte Ersatzhaltestelle des Schulbusses ein vom Einsturz gefährdeter Dachgiebel in der Parkstraße. Der Eigentümer hat sich lange nicht um das Objekt gekümmert. Wehrleiter Mario Finke beschreibt es so : " Wenn der Bus in der Parkstraße an dieser Stelle weiter vorbeifahren würde, kann es passieren, dass durch die Schwingungen der baufällige Giebel auf den Bus fällt. " Der Landkreis Börde hat daraufhin die Parkstraße, die vom Bus als Wendemöglichkeit genutzt wird, am Donnerstag in beide Richtungen gesperrt - jetzt ist sie eine Sackgasse. Die KVG Bördebus richtete daraufhin die Ersatzhaltestelle in der Hauptstraße ein. Bürgermeister Gero Herbst : " Ich dachte allerdings auch, dass der Bus die Bördestraße als alternative Wendeschleife zur Parkstraße nutzt. Warum das nicht gemacht wird, entzieht sich meiner Kenntnis. " Nur eines steht fest, so lange der Giebel nicht abgerissen wird, muss die Straßensperrung als Sicherungsmaßnahme aufrecht erhalten bleiben. Die Alternativstrecke über die Bördestraße favorisieren auch die besorgten Eltern. " Mit dieser Variante könnte die, alte ‘ Haltestelle in der Lindenstraße auch trotz der Sperrung der Parkstraße angefahren werden. Ganz einfach. So wäre das Problem sofort gelöst und unsere Kinder müssten nicht direkt an der Hauptstraße warten ", sagt Holger Lohse.

Der Landkreis Börde habe nach Angaben von Ortschef Gero Herbst den Eigentümer des einsturzgefährdeten Hauses angeschrieben und aufgefordert umgehend Sicherungsmaßnahmen vorzunehmen. Erst wenn der Eigentümer weiter keine Reaktionen zeige, könne die Behörde im Rahmen einer Ersatzvornahme handeln und den Giebel abreißen lassen. Die dabei entstehenden Kosten werden dem Eigentümer anschließend auferlegt und notfalls per Gericht durchgesetzt. Doch wie lange das noch dauert, ist ungewiss. Holger Lohse : " Darauf können wir nicht warten. Die provisorische Schulbus-Haltestelle an der Hauptstraße in Richtung Seehausen muss sofort aufgehoben werden. Für unsere Kinder ist dieser Standort zu gefährlich. "