Die beiden großen Oschersleber Vermieter, die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Bewos und die Wohnungsgenossenschaft " Neues Leben " haben der zunehmenden Vermüllung in den Wohngebieten den Kampf angesagt. Gerade in den Stadtteilen Wasserrenne und Pienestraße herrschen an manchen Tagen chaotische Zustände auf den Stellplätzen der Mülltonnen.

Oschersleben. Die illegale Müllentsorgung in den Oschersleber Wohngebieten Pienestraße und Wasserrenne hat ein Ausmaß erreicht, das die Verantwortlichen zum Handeln zwingt. Oscherslebens große Vermieter " Neues Leben " und Bewos haben sich bei einem Müll-Gipfel an einen Tisch gesetzt, um der Lage Herr zu werden. " Wir wollen ein Zeichen setzen nach dem Motto, Leute, wir kommen euch auf die Schliche ", sagt Jens Schneider, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft " Neues Leben ". Er, seine Vorstandskollegin Birigt Tiebe sowie Bewos-Geschäftsführer Hans Walker sind sich einig, dass es nicht nur Fremde seien, die die Müllcontainerstellplätze zunehmend dazu nutzen, ihren Unrat illegal zu entsorgen. Auch Mieter der Bewos und von " Neues Leben " würden sich daran beteiligen, in der Innenstadt kämen noch vereinzelt Gewerbetreibende hinzu.

Am häufgsten entsorgen die Unbekannten auf den Stellplätzen Büchsen mit Farbresten, Tapeten, Kühlschränke, Autoteile, Öl und Sperrmüll. Frei nach dem Motto, irgendwer wird schon unseren Müll wegräumen, ärgern sich Walker, Schneider und Tiebe. Dabei sei es bei den aufgeführten Müllsorten ganz einfach, sie auf legale Art und Weise los zu werden. Ein Anruf beim Oschersleber Entsorger WeVo genügt, und schon wird der Unrat ordnungsgemäß abgeholt und entsorgt. " Wir helfen unseren Mieter sogar dabei, wenn sie nicht wissen, wie sie die Entsorgung organisieren sollen ", versichern die drei. In gemeinsamen Aktionen hatten " Neues Leben " und Bewos bereits in den Wohngebieten Container zur Sperrmüllenstorgung außerhalb der üblichen Abfuhrtermine aufstellen lassen. Die Mieter haben die Möglichkeit, dort ihren Müll ordnungsgemäß abzuladen, gerne angenommen. Doch sei es nach Meinung der Vermieter nicht die Lösung, immer und immer wieder derartige Möglichkeiten anzubieten. Viel mehr müsse die Eigenverantwortung der Mieter steigen, um der Müllplage Herr zu werden.

50 000 Euro zusätzlich müssen Bewos und " Neues Leben " zusammen für das Beseitigen des illegal abgeladenen Mülls im Jahr ausgeben. " Das sind etwa 20 Euro im Jahr, die wir uns über die Nebenkosten von jedem Mieter wiederholen ", verdeutlichte Walker. Die Zeche würden am Ende alle Mieter zahlen : Müllsünder und die ordentlichen Müllentsorger.

Durch eine Vereinbarung mit der Stadt Oschersleben hat Bewos ständig zwei Beschäftigte im Einsatz, die den Müll wegräumen. Dass sie dabei noch von den Bewohnern beschimpft werden, bringt für Walker das Fass zum Überlaufen. " Unsere Leute sind doch nicht die Müllabtreter der Einwohner ", sagt er. Deshalb zeigen Bewos und " Neues Leben " die illegalen Müllentsorger auch an und appellieren an die Zivilcourage der Menschen, die Zeuge des wüsten Abkippens werden, das auch zu bezeugen. Alle Einwohner seien dafür verantwortlich, dass die Oschersleber Wohngebiete sauberer werden. Müllsündern drohen Ordnungswidrigkeitsanzeigen.

Bewos und " Neues Leben " setzen auf die Ideen der Oschersleber Bürger. Die Vermieter rufen sie auf, Ideen zu entwickeln, wie die Bodestadt dem Müllproblem beikommen kann. Haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, dazu einen Vorschlag, schreiben Sie an die Redaktion der Volksstimme in 39387 Oschersleben, Hornhäuser Straße 6, schicken ein Fax an die Nummer ( 03949 ) 946929 oder senden eine E-Mail ( redaktion. oschersleben @ volksstimme. de ).

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