Die Schüler und eigentlich auch die ganze Bevölkerung in Hohendodeleben hatten am 1. Mai außer dem Tag der Arbeit noch einen Grund zu feiern. Das Gebäude, das heute noch als Schulhaus dient, war auf den Tag genau vor 20 Jahren eingeweiht worden.

Hohendodeleben. " Was war hier eigentlich mal, der Physikraum ? Und da hatten wir Mathe " – so oder so ähnlich lauteten die Aussagen von ehemaligen Schülern, die den Tag der offenen Tür in der Hohendodeleber Grundschule am Freitag nutzten, einmal in Erinnerungen zu schwelgen. Einige von ihnen haben heute bereits eigene Kinder, die in der Hohendodeleber Grundschule das ABC und das Einmaleins lernen.

Und genau diese Kinder hatten auch im Vorfeld des Jubiläums zum 20-jährigen Bestehen des Schulstandorts fleißig geübt. Mit einem bunten Programm aus Liedern, Gedichten, Tänzen und Rollenspielen wollten sie den Gästen einen Einblick in ihren Schulalltag geben. Selbstverständlich durfte dabei auch das Angebot von 13 Arbeitsgemeinschaften, darunter auch etwas Exotisches wie der Bauchtanz, nicht fehlen. Die Kinder hatten inzwischen so viele Talente zu bieten, dass das Programm in der Sporthalle eineinhalb Stunden in Anspruch nahm. Natürlich wurde der Ehrgeiz mit viel Applaus belohnt und auch mit kleinen Schultüten.

Die hatte Hohendodelebens Bürgermeister Wolf-Burkhardt Bach mitgebracht, ebenso wie neue Sport- und Spielgeräte für die Gestaltung der Freizeit, die die Kinder zwischen und nach dem Unterricht in der Schule verbringen.

Dem Bürgermeister war es auch vorbehalten, in seinem Grußwort die Schulentwicklung in Hohendodeleben Revue passieren zu lassen. Und er begann mit einem Datum, das bereits fast vier Jahrhunderte zurückliegt. 1648 wurde in der Chronik eine Knabenschule erwähnt, 1751 eine Mädchenschule. Im 19. und 20. Jahrhundert musste die Dorfschule an den Standorten in der Magdeburger Straße und in der Kleinen Straße mehrmals wegen hoher Schülerzahlen erweitert werden. Und Mitte der 1960 er-Jahre hatte die Schule sogar 250 Schüler, die auf mehrere Standorte verteilt waren. Dass hatte natürlich auch zur Folge, dass die Schüler weite Wege zu den Fachkabinetten in Kauf nehmen mussten.

1988 war eine Änderung in Sicht, der Grundstein für eine neue Schule wurde an der Matthissonstraße gelegt. Am 1. Mai 1989 wurde das Gebäude eingeweiht und bezogen.

Ende 2003 sah der Kreistag den Sekundarschulstandort Hohendodeleben als nicht mehr bestandsfähig an, der Beschluss für die Schließung zum Ende des Schuljahres 2005/06 wurde gefasst. 2006 wurde dann die heutige vierte Klasse als erste Grundschulklasse hier eingeschult. Inzwischen besuchen 57 Kinder die Grundschule in Hohendodeleben und nutzen beste Bedingungen, zu denen auch die benachbarte Sporthalle gehört. " Die Gemeinde wird sich dafür einsetzen, den Schulstandort zu erhalten, die Sanierung soll in diesem Jahr mit neuen Fenstern fortgesetzt werden ", erklärte Wolf-Burkhardt Bach, bevor ein buntes Fest seinen Lauf nahm.

Viele Vereine hatten dafür ihre Unterstützung angeboten und viele Aktionen für Groß und Klein auf die Beine gestellt. So ließ es sich auch an einem schulfreien Tag auch gern in der Schule verweilen.