Das Aus für die Sekundarschule in Gröningen rückt näher. Nach dem Kultur- und Sozialausschuss des Kreistages hat am Mittwochnachmittag auch der Kreisausschuss bei der Beratung zur Schulentwicklungsplanung angesichts zu geringer Schülerzahlen die Schließung der Schule billigen müssen. Eine endgültige Entscheidung muss der Kreistag in der kommenden Woche fällen.

Landkreis Börde. Hintergrund der sich abzeichnenden Schließung der Gröninger Sekundarschule ist, dass für die Gröninger und die beiden Oschersleber Sekundarschulen nicht genügend Schüler vorhanden sind. Für eine Sekundarschule sind 240 Schüler notwenig. In Ausnahmefällen kann eine Genehmigung auch mit mindestens 180 Schülern erteilt werden. Ausgehend von diesen Bedingungen sah die Planung für die Puschkin-Schule in Oschersleben 240 Schüler vor, für die Sekundarschule V in Oschersleben 180 Schüler und für die Sekundarschule in Gröningen ebenfalls 180 Schüler, zusammen 600 Schüler, was etwa den Schülerzahlen in dieser Region entspricht. Damit könnten theoretisch alle drei Schulen bestehen.

Praktisch sieht es allerdings anders aus. Zum einen gibt es an der Sekundarschule Gröningen keine 7. Klasse mehr und damit kann auch die notwendige Zahl von 180 Schülern nicht erreicht werden. Zum anderen hatte der Staatssekretär des Kultusministeriums bereits vor einem Jahr letztmalig die Ausnahmegenehmigung erteilt, nochmals eine 5. Klasse zu bilden.

Die Kreisverwaltung hatte im Vorfeld mehrere Rechenbeispiele erarbeitet, um eventuell doch noch alle drei Schulstandorte zu erhalten. Doch das würde andere Schulstandorte teils arg schwächen, erklärte Dezernent Joachim Hoeft. " So knapp kann man gar nicht mehr rechnen ", so sein Fazit.

Angesichts der Fakten mussten auch die Abgeordneten einsehen, dass der Schulstandort Gröningen wohl nicht mehr zu halten sei. " Wer mich kennt, weiß, dass ich mich immer gerade für die Standorte Gröningen und Oschersleben stark gemacht habe ", sagte die CDUAbgeordnete Gabriele Brakebusch.

Wegnahme der 5.

Klasse unverantwortlich

Die Politikerin aus Kloster Gröningen sieht die Schuld für die drohende Schließung der Gröninger Schule indes woanders : " Es ist vor einigen Jahren eine falsche Schulpolitik betrieben worden. Nicht vom damaligen Kreistag des Bördekreises, sondern von anderer Stelle. Es wurden Tatsachen geschaffen, die nun nicht mehr zu bereinigen sind. Die Wegnahme der 5. Klassenstufe war unverantwortlich. "

Heinrich Enkelmann ( Die Linke ) kritisierte, dass " der ländliche Raum wieder hinten runter fällt ". Doch auch in der Linksfraktion habe man nach langen Diskussionen die Notwendigkeit der Schulschließung gesehen. Denn man müsse die langfristige Planung und Sicherheit der Schulen im Auge behalten, mahnte Enkelmann.

" Sehr lange Diskussionen " habe es auch in der SPD-Kreistagsfraktion gegeben, sagte Martin Schindler. Man habe es sich wirklich nicht leicht gemacht, denn man habe keine weitere Schulschließung beschließen wollen. Doch habe der " abschließende, abwägende Gedanke " überwogen : das Wohl der Kinder. " Mit ständigen Ausnahmegenehmigungen ist kein ordentlicher Schulbetrieb möglich ", so Schindler. Bei größeren Schülerzahlen sind mehr Kurse und ähnliches an einer Schule möglich. " Schweren Herzens " habe man sich also in der SPD für die Schließung ausgesprochen.

Mit nur einer Gegenstimme ( Gabriele Brakebusch ) stimmte der Kreisausschuss dafür, dem Kreistag die Schließung des Sekundarschulstandortes Gröningen zu empfehlen. Kommenden Mittwoch tagt der Kreistag.