Welche Vornamen sind im vergangenen Jahr in Wernigerode am beliebtesten gewesen? Laut Standesamt liegen Sophie, Emma, Mia, Maria sowie Paul, Joel, Luca und Jonas im Trend. Besonders auffällig: Junge Eltern sind bei der Namenswahl für ihren Nachwuchs sehr kreativ.

Wernigerode. Teo, Kay, Konstantin, Linya, Tamina, Luna heißen die kleinen Steppkes, die sich derzeit in den Harzer Krabbelgruppen und Babyschwimmkursen tummeln oder friedlich zuhause in ihrer Wiege schlummern. Sie alle gehören zu den fast 600 Babys, die im vergangenen Jahr in Wernigerode das Licht der Welt erblickten. Mit dem Vornamen, den ihre Eltern für sie ausgewählt haben, sind sie nun ein Leben lang verbunden.

Besonders viele Mütter und Väter entschieden sich für Sophie, Emma, Mia und Maria bei den Mädchen sowie Paul, Joel, Luca und Jonas bei den Jungs. Das sind laut Standesamt die beliebtesten Vornamen 2010 in der bunten Stadt am Harz. Doppelnamen liegen nach wie vor im Trend – ob mit Bindestrich oder ohne. So wurden im vergangenen Jahr 216 Babys mit zwei Vornamen im Amt beurkundet. Dem gegenüber stehen 355 mit einem Namen, 27 mit drei Namen und ein Kind mit sogar mehr als drei Namen.

Auffällig: Die Eltern waren bei der Namenswahl wieder sehr kreativ. So gibt es zwar klare Favoriten, aber auch ein breites Feld an seltenen Namen und ungewöhnlichen Kombinationen wie z. B. Sullivan Maik, Connor Christian, Can Alessio, Fedora Jill, Amy Summer und Angely-Lily. Großer Beliebtheit erfreuen sich im Harz immer noch Namen mit ausländischen Wurzeln wie Jim, Jack, Zoe, Kathy (englisch), Frija, Marit, Janne, Steen, Len Thor und Ole (skandinavisch) sowie Vittoria, Aurelio, Chiara, Antonio, Luca (italienisch). Auch alte deutsche Namen sind weiter modern: Wilhelm, Fritz, Gustav, Gerda, Luise, Lotte. Bei den Mädchen bevorzugen die Eltern zudem Namen, die auf -lin, -line und -lina enden. Beispiele dafür sind Jolin, Karolin, Pauline, Celine, Elina, Alina und Angelina.

Inspirieren lassen sich die jungen Mütter und Väter bei der Namenswahl gern von berühmten Persönlichkeiten. So ist der kleinen Heidi die Schönheit bestimmt schon in die Wiege gelegt, oder wurde sie doch nach der beliebten Kinderbuchfigur benannt?

Berühmte Personen als Namensvorbilder

Die Eltern von Herman Juan Carlos sind sicherlich Fans des spanischen Königshauses. Ob Demi-Renée einmal eine erfolgreiche Schauspielerin wird wie ihre beiden berühmten Namensvetterinnen Demi Moore und Renée Zellweger, steht derzeit allerdings noch in den Sternen. Auch literarische Figuren dienen der Inspiration. So fehlt bei Ron und Hermine nur noch Harry, um das Potter-Trio zu komplettieren.

Manchmal sind die ausgewählten Vornamen so ausgefallen, dass sich ihre eigentliche Bedeutung nicht sofort erschließt. Ein Blick ins Namenslexikon hilft auch dem Laien bei der Entschlüsselung. So erinnert Saphira zwar an den blauen Edelstein, bezieht sich aber auf eine Gestalt in der Bibel und heißt soviel wie wunderbare Schönheit. Ebenso entzückend wie ungewöhnlich ist Linnea. Der in Schweden sehr beliebte Name bedeutet "die Zarte" und geht auf die Pflanze Linnaea borealis (zu deutsch Moosglöckchen) zurück, die vom Botaniker Carl von Linné entdeckt und auch nach ihm benannt wurde.