Die Kommunale Beschäftigungsagentur für den Harzkreis muss in diesem Jahr erneut mit weniger Geld auskommen. Deshalb konzentriert sich das Team des Eigenbetriebes auf eine Verringerung der Hilfebedürftigkeit und eine Vermeidung des Langzeitbezuges.

Wernigerode l Die Ergebnisse der Kommunalen Beschäftigungsagentur (KoBa) sind besser als der Bundesdurchschnitt. Das ist die gute Nachricht, die Dirk Michelmann verkünden darf. Die Kehrseite der Medaille: Weil der Trend 2013 erneut so positiv war, gibt es nach Angaben des Eigenbetriebsleiters schon wieder weniger Geld vom Bund für die Harzer.

Ohne Sonderprogramme sollen dies für 2014 rund 15,75 Millionen Euro sogenannte Eingliederungsmittel (EGT) sein - das bedeutet gegenüber 2013 ein Minus von etwa 390 600 Euro. Seit 2010 sind die zur Verfügung stehenden EGT somit um 56 Prozent gesunken. Auf den einzelnen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten heruntergerechnet, kann die KoBa aktuell durchschnittlich 846 Euro ausgeben. 2010 waren es noch 1537 Euro (-45 Prozent).

Der Jahresabschluss 2013 mit einer Ausschöpfung von 99,76 Prozent verdeutlicht laut Michelmann, "dass die kritische Grenze der Mittelkürzungen beim EGT erreicht ist". In den Vorjahren lag die Quote jeweils um die 90 Prozent.

Die KoBa muss demzufolge gegensteuern. Deshalb liegt der Fokus für die nächsten Monate auf einer Verringerung der Hilfebedürftigkeit und der Vermeidung des Langzeitbezuges.

Ein Instrument ist dabei die noch stärkere Förderung von beruflicher Qualifizierung. Dabei geht es speziell um abschlussorientierte Angebote, zum Beispiel zur Erlangung eines Hauptschulzeugnisses oder einer Berufsausbildung.

Momentan werden hier nach Darstellung des KoBa-Chefs 1339 Frauen und Männer gefördert. In diesem Jahr können etwa 880 von ihnen eine in den letzten Jahren begonnene Schulung beenden.

Die zweite Säule im System ist eine umfassende Unterstützung für junge Menschen und Familien. Durch die Einführung eines speziellen Fallmanagements sollen alle Mitglieder einer Bedarfsgemeinschaft in die Vermittlungsbemühungen mit einbezogen und Selbsthilfepotenziale erschlossen werden. Dirk Michelmann: "Wir wollen die Angebote für unter 35-Jährige in einem Jugendhaus bündeln." Ungefähr 800 Betroffene in dieser Zielgruppe besitzen keinen Berufsabschluss.

Im August soll das Projekt im Gebäude der Agentur für Arbeit Halberstadt, Schwanebecker Straße 14, starten. Auch für Wernigerode und Quedlinburg laufen bereits die Planungen. Der KoBa-Leiter: "Mir geht es darum, räumliche Zusammenhänge zu schaffen." Dies gelingt nur, wenn alle möglichen Ansprechpartner für einen Kunden auf einer Etage zu finden sind.

Unterstützt werden soll auch die Beschäftigung über 50-jähriger Langzeitarbeitsloser über das vom Land aufgelegte Programm "Aktiv zur Rente plus". 2014 können darüber 65 zusätzliche Stellen geschaffen werden. Michelmann: "Wir haben aber über 200 Anträge." Die Auswahl der Bewerber wird im Frühjahr erfolgen.

Die Kürzungen haben im Übrigen ebenfalls Auswirkungen auf Hilfen für die Beschäftigung sogenannter arbeitsmarktferner Personen. Für sie werden 2014 nur noch um die 1000 Arbeitsgelegenheiten zur Verfügung stehen.

Die veränderten Bedingungen bleiben schließlich auch im eigenen Haus nicht ohne Folgen. Dirk Michelmann: "2010 hatten wir 430 Mitarbeiter. Jetzt sind es 380." Die befristeten Verträge wurden "deutlich zurückgefahren".