Nicht ganz 400 zahlende Gäste zog es am vorletzten Tag des Jahres zur traditionellen Silvestergala in Ilsenburgs Harzlandhalle. So wenige Besucher, wie noch nie zuvor bei vergleichbaren Veranstaltungen dieser ansonsten sehr beliebten Reihe. Da das Wernigeröder Kammer- orchester auf einer vielbejubelten Konzerttournee in China weilt, gastierte stattdessen das Wernigeröder Ballorchester Julia Graeber.

Ilsenburg. Während Wernigerodes Kammerorchester im momentan arktisch kalten China frenetisch gefeiert wird, als würden dort Madonna und Michael Jackson gemeinsam auf der Bühne stehen, sorgte erstmals das Ballonorchester Julia Graeber für reichlich zwei vergnügliche Stunden in der Harzlandhalle. Das Ganze bereits einen Tag vor Silvester.

"Live-Schaltung nach China an Technik gescheitert"

"Wir haben während einer dieser Galas noch nie so wenig Gäste gehabt", hieß es am Donnerstagabend hörbar ernüchtert hinter den Kulissen. Dabei hätte das mit bekannten Operettenmelodien gespickte Programm durchaus ein größeres Publikum verdient gehabt. Dieses reichte von Jaques Offenbachs Klassiker, der "Bacarole" über die Tritsch-Tratsch-Polka von Johann Strauß bis hin zu Paul Linckes "Glühwürmchen" sowie Emmerich Kalmans "Komm mit nach Varasdin" aus "Gräfin Mariza". Gleich mehrfach hatten dabei Sopranistin Fabienne Keppler und Bariton Roman Tsotsalas Gelegenheit, ihre brillanten Stimmen zu präsentieren. Durch das heiter beschwingte und bestens zum Jahresausklang passende Programm führte in bewährter Weise die Leiterin des Ballorchesters, Julia Graeber.

"Einen Tag vor Silvester wird das eigentliche Feuerwerk hier auf der Bühne gezündet", meinte in der Pause ein sichtlich zufriedener Ilsenburger Peter Krawzyk. Und: "Wirklich schade, dass in diesem Jahr so wenig Besucher hergekommen sind. Die Musiker auf der Bühne machen einen wirklichen sehr guten Job."

"Die Musiker auf der Bühne machen einen guten Job"

Dabei dürfte den wenigsten Gästen die geplante Live-Schaltung via Skype zu den Musikerkollegen nach China wirklich gefehlt haben. Und das, obwohl dem eine durchaus originelle Idee zugrunde lag. Ursache war neben technischen Problemen offenbar auch die enorme Zeitdifferenz. In China war es während der Gala tiefste Nacht. Und das dortige Programm der Wernigeröder Musiker ist mit zehn Konzerten in 14 Tagen zwischen Beijing und Hangzhou auch eine enorme physische und logistische Herausforderung.

Und genau das ist im Übrigen auch zeitnah nachzuverfolgen über ein Tagebuch, das im Internet ständig aktualisiert wird.

www.pkow.de

Bilder