Wernigerode l "Gleich früh um 8 Uhr werden wir am Montag den Asphalt auffräsen", so Bauleiter Frank Fedder. "Am Dienstag beginnen die Schachtarbeiten." Fast 200 Wernigeröder verfolgten am Mittwochabend die Informationsveranstaltung zu den bevorstehenden Bauarbeiten in der Nöschenröder Straße. Vertreter der Stadt- und Kreisverwaltung, Landesstraßenbaubehörde, Stadtwerke, Wasser- und Abwasserzweckverband und der beteiligten Baufirmen gaben zweieinhalb Stunden lang Auskunft über das Gemeinschaftsprojekt, den Ablauf der Arbeiten und die Verkehrsumleitungen.

Ab 17. März wird die Nöschenröder Straße zwischen Burgstraße und Holfelder Platz grundhaft ausgebaut. Damit verschwindet der letzte unsanierte Abschnitt der B 244 innerhalb Wernigerodes. Die Leitungen für Trinkwasser, Erdgas, Strom, Schmutz- und Regenwasser werden ausgetauscht. Die Fahrbahn erhält eine neue Asphaltdecke. Die Gehwege sollen mit Granitplatten und Mosaiksteinen gepflastert werden. Außerdem wird die Straßenbeleuchtung erneuert. Dafür sind insgesamt 2,8 Millionen Euro eingeplant.

Der erste Bauabschnitt umfasse den Bereich Burgstraße/Schöne Ecke/Burgberg bis zur Degenerstraße, informierte Frank Fedder von Umwelttechnik und Wasserbau. Die Arbeiten sollen bis Mitte August abgeschlossen sein. "Der Knotenpunkt Burgberg muss jedoch bis Mitte Juni - also rechtzeitig zum Sachsen-Anhalt-Tag - fertiggestellt werden", so Fedder. Der zweite Bauabschnitt erstrecke sich von der Degenerstraße bis zum Holfelder Platz. "Anfang Dezember wollen wir hier fertig sein", so der Bauleiter. Wochentags werde von 7 bis 17 Uhr auf der Baustelle gearbeitet - notfalls bis in die Nacht, sonnabends bis Mittag. In dieser Zeit bleibe kein Stein auf dem anderen, kündigte Wernigerodes Bauamtsleiter Jörg Völkel an. "Wir bauen von Hauskante zu Hauskante."

Die notwendigen Straßensperrungen hatten bei vielen Wernigerödern für Aufregung gesorgt. Kritisiert wurde vor allem der vorgezogene Baubeginn. Die Anwohner fühlten sich nicht rechtzeitig über die Sperrungen informiert. Die Zeitspanne zwischen Infoveranstaltung und Baubeginn sei sehr kurz, bestätigte Dirk Sauerhering von der Landesstraßenbaubehörde. "Es war nicht abzusehen, dass wir durch den milden Winter schon im März beginnen können. Wir wollten eigentlich bis nach Ostern warten." Aber die Straße müsse bis Jahresende fertig sein. "Wir sind froh über diesen zeitlichen Puffer", so Sauerhering.

Sind die Grundstücke erreichbar? Wo können die Autos geparkt werden? Ist der Lieferverkehr für die Geschäfte gewährleistet? - Viele Anwohner meldeten sich mit Fragen zu Wort. "Auf der Baustelle herrscht Fahrverbot für Fahrzeuge aller Art", erklärte Dirk Sauerhering. Dieses Verbot sollte schon allein aus Sicherheitsgründen eingehalten werden. Alle Häuser seien weiter zu Fuß erreichbar. Lieferverkehr sei möglich, wenn auch nicht täglich und mit Einschränkungen. "Details können mit der Baufirma und dem Polier vor Ort geklärt werden", so Jörg Völkel. Anwohnern werden kostenlose Parkkarten für Ausweichstellflächen angeboten, informierte Ordnungsdezernent Volker Friedrich. "Aber nur für die Zeit, in der Sie Ihr Grundstück nicht mehr anfahren können." Die Wege zum Auto würden dann ein paar Meter länger.

Die Umleitungen über die Louis-Braille-Straße und vor allem über die Lindenbergstraße waren bereits im Vorfeld und nochmals in der Versammlung heftig kritisiert worden. Die Braille-Straße sei in einem schlechten baulichen Zustand, die Lindenbergstraße viel zu schmal. Zudem berge das erhöhte Verkehrsaufkommen ein großes Gefahrenpotenzial für die anliegende Kinderkrippe.

"Wir wissen, dass die Lindenbergstraße keine ideale Umleitungsstrecke ist", sagte Dirk Sauerhering. "Aber das ist die praktikabelste Lösung." Um die Sicherheit vor der Krippe zu gewährleisten, sei ein "Maßnahmenkatalog" erstellt worden. Die Tempoanzeigetafel soll von der Nöschenröder in die Lindenbergstraße umgesetzt werden. Durch Fahrbahnmarkierungen und Warnschilder wird auf die Einrichtung hingewiesen, der Eingang der Krippe erhält eine zusätzliche Sicherung. Für die Eltern werden weitere Kurzzeitparkplätze eingerichtet. Die Polizei wird verstärkte Tempo- und Verkehrskontrollen vornehmen. "Was wir heute vorgestellt haben, ist nicht bis Dezember Gesetz", wandte sich Jörg Völkel an die Eltern, die ihre Skepsis geäußert hatten. "Wir schauen uns das Ganze erst einmal ein paar Wochen an." Sollte die Umleitung über den Lindenberg nicht funktionieren, müsse eine andere Lösung gefunden werde. "Das verspreche ich Ihnen."

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