Erstmals ist eine Jugendweihefeier an der Wernigeröder Liv-Ullmann-Schule ausgerichtet worden. Im festlichen Ambiente haben zwölf Jugendliche den Eintritt ins Erwachsenenalter gefeiert.

Wernigerode l "Die Jugendweihe in unserer Schule ist auf Initiative der Eltern entstanden. Mir ist keine Förderschule bekannt, die das schon einmal geschafft hat", sagte Peggy Cebulla, Leiterin der Liv-Ullmann-Schule. "Das ist wirklich ein großartiges Engagement der Eltern, allen voran Kathrin Henke." Zwölf Jugendliche zwischen 14 und 15 Jahren haben in der vergangenen Woche in einer Feierstunde ihre Jugendweihe erhalten. Zuvor verbrachten sie einen besonderen Tag beim Bowling und Pfannkuchenessen. "Die Jugendlichen merken, dass dies ihr Tag ist", beschrieb Kathrin Henke die Situation. Ihr 14-jähriger Sohn Moritz berichtete, dass er sich sehr auf die Jugendweihe gefreut habe, "weil ich nun auch zu den Großen gehöre."

Ähnlich ging es seinem Mitschüler Alex Kuhnke (14): "Ich möchte auch erwachsen werden und freue mich sehr über die Jugendweihe." Der 15 Jahre alte Oliver Biehler ergänzte, dass es zudem Geschenke zur Jugendweihe gäbe, auf die er sich freue. "Ich war aufgeregt, wollte nichts falsch machen. Es ist ein toller Tag, weil wir dann zu den Erwachsenen gehören", sagte Chantal Riemer (14).

Die Verwandten waren beinahe genauso gespannt wie die Jugendlichen. "Es ist aufregend und schön zugleich. Wir sind ganz stolz", sagten die Eltern Claudia und Alexander Gerlach. Die Jugendweihe sei ein großes Ereignis für ihren Enkel, sagte auch Brigitte Wille, die als Oma von Moritz gekommen war.

"Ich finde es gut, dass die Jugendweihe in der Schule stattfindet, weil die Voraussetzungen und Räume günstig sind", sagte Brigitte Wille weiter. Die familiäre Atmosphäre sei schön, so Besucherin Christine Schäfer. Tobias und Michaela Meier, deren Pflegebruder die Jugendweihe erhielt, freuten sich sehr, dass den Jugendlichen auf so unkomplizierte Art die Teilnahme an der Jugendweihe ermöglicht wurde.

Für den organisatorischen Ablauf der Feier zeichneten drei Schülerinnen der Schülerfirma des Fallstein-Gymnasiums Osterwieck verantwortlich, wo ab der achten Klasse im Rahmen des Wirtschaftskurses in der schülereigenen Firma mitgearbeitet werden kann. "Einen Auftrag in dieser Form hatten wir so noch nicht. Der Tag war für uns sehr realitätsnah, wir haben dadurch viel von der Praxis mitbekommen", fasste Elftklässlerin Maria Zänger zusammen.

In ihrer Festansprache richteten sich die Worte von Peggy Cebulla abwechselnd an die Jugendlichen und deren Eltern. "Liebe Eltern, eure hilfreichen Ratschläge sind jetzt uncool. Aber haben wir als Jugendliche nicht selbst gern über den Rat der Eltern hinweg geschaut?"

Die Schulleiterin sprach auch die Zukunft ihrer Schützlinge an. "Nun richtet sich der Blick auf weitere Ziele, zum Beispiel auf die Berufsschulstufe", sagte Peggy Cebulla und weiter: "Sie sind Eltern von besonderen Jugendlichen. Haben Sie auch weiterhin die Kraft, den Jugendlichen die nötige Liebe und Unterstützung zu schenken, lassen Sie aber auch los", lautete Cebullas Appell an die Angehörigen.

Zu den Jugendlichen sagte die Schulleiterin abschließend, dass es wichtig sei, eigene Interessen im Leben zu finden, um Energie für Herausforderungen zu bekommen.

 

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