Gernrode (tk) l Der Mindestlohn vernichtet Arbeitsplätze in Ostdeutschland. Das erklärte Klaus-Dieter Weber als Präsident des Allgemeinen Arbeitgeberverbandes der Wirtschaft für Sachsen-Anhalt. Weber ist geschäftsführender Gesellschafter der Firmengruppe Rundfunk-Gernrode, zudem Aufsichtsratsmitglied der Harz AG, einer öffentlich-rechtlich-privaten Gesellschaft, die sich auch mit der Wirtschaftsförderung im Harzkreis befasst.

Weber spricht in seiner Mindestlohn-Kritik von fatalen Folgen. Vor allem Kleinst- und Kleinbetriebe sowie Existenzgründer, sie machten 90Prozent der Wirtschaftsstruktur in Sachsen-Anhalt aus, werden "in erhebliche wirtschaftliche Not geraten". Seine Forderung: Ausnahmeregelungen für die neuen Bundesländer.

Weber wählte für seine Kritik ein Beispiel aus dem Friseurhandwerk. Dort würden die Löhne zum August um rund 15Prozent steigen. Mit der Folge, dass in den Salons die Preise für Haarschnitte um mindestens 15 bis 20Prozent erhöht werden. Der Arbeitgeberverbands-Präsident: "Nimmt der Mindestlohnempfänger diese Dienstleistung selbst in Anspruch, ist auch er Verlierer des scheinbar erhöhten Lohnes." Weber plädiert für weniger Staat, mehr Markt: "Die Entlohnung muss sich stets an der Tätigkeit sowie Leistung der Arbeitnehmer orientieren."