Im Sommer ist die Wernigeröder Schwimmhalle geschlossen - egal, ob Freibadwetter ist oder nicht. Der Grund: Die Mitarbeiter brauchen Zeit, um die Technik zu warten und zu reparieren.

Wernigerode l In der Schwimmhalle Wernigerode sieht es derzeit eher nach Baustelle als nach Badespaß aus. Wo normalerweise Besucher ein- und ausgehen, stehen Farbeimer und Leitern, lagern Säcke mit Mörtel, liegen Silikonspritzpistolen auf den Tischen. "Wir nutzen die Ferien, um unsere Technik zu warten und alle Arbeiten zu erledigen, die wir während des Schwimmbetriebs nicht ausführen können", erklärt Schwimmmeister und Techniker Frank Keffel.

Trotz des kühlen Wetters bleibt die Schwimmhalle deshalb geschlossen. Den zwölf Mitarbeitern der städtischen Bäder kommt das miese Wetter sogar entgegen. "Sonst wären die Kollegen im Freibad im Einsatz", sagt Keffel. Während dort eine Notbesetzung die Stellung hält, können die anderen in der Schwimmhalle mit anpacken.

Erste Ergebnisse sind bereits zu sehen. Die Cafeteria ist frisch gestrichen, mit neuen Möbeln versehen und liebevoll dekoriert worden. Das aufwendigste Projekt ist die Komplettsanierung der Frauendusche, die rund 30000Euro kostet. "Das war längst überfällig", sagt Keffel. Wegen eines baubedingten Defekts in einer Wasserleitung herrschte in dem Raum über Jahre eine zu hohe Luftfeuchtigkeit. Die Schäden zeigten sich auch in den benachbarten Personal- und Verkaufsräumen. "Nach gut 20 Jahren war es aus Gründen der Optik Zeit für eine Sanierung", so Keffel.

Der Duschraum hätte bereits im vergangenen Sommer instand gesetzt werden sollen, doch dann kam der Brand im Waldhofbad dazwischen. Die neuen Duschen schalten sich berührungsfrei ein, laufen mit moderner Energiespartechnik und versprühen statt eines brettharten Wasserstrahls regenwasserartige Tropfen. Auf Wunsch der Badegäste wird die Damendusche mit Trennwänden und neuen Regalen ausgestattet. Erneuert wird auch die Beleuchtung in den Umkleiden. Zudem musste eine der beiden Schwallwasserkammern repariert werden - dort sammelt sich Wasser, das vom Becken in die Überlaufrinne schwappt. "Der ewige Regen und der dadurch sehr hohe Grundwasserstand haben den Schaden verursacht", so Keffel.

Hinzu kommen viele Aufgaben, die jedes Jahr anstehen - etwa die Grundreinigung, der Wasseraustausch in den Schwimmbecken und der Filterwechsel in der Lüftungsanlage. Um Kies und Aktivkohle in der Wasseraufbereitungsanlage auszuwechseln, muss die Feuerwehr anrücken. "Es sind viele Arbeiten, die die Badegäste nicht sehen", erklärt Keffel, der seit 26 Jahren in der Schwimmhalle tätig ist. Bis zum Ferienende seien die Mitarbeiter "voll ausgelastet". Ab 8. September ist die Halle wieder geöffnet.

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