Die Ampel an der Krankenhauskreuzung in Wernigerode funktioniert nicht richtig. Der Grund ist ein Fehler im Computerprogramm. Die Folge: Autofahrer ärgern sich über Staus. Inzwischen soll das Problem aber behoben sein.

Wernigerode l Die Wernigeröder sind es gewöhnt, dass in der Stadt viel Autoverkehr herrscht. Doch in den vergangenen zwei Wochen stauten sich die Autos vor der Krankenhauskreuzung in der Ilsenburger Straße noch stärker als gewöhnlich.

Einen Grund sieht Volksstimme-Leser Dieter Rehnert in der Ampelschaltung an der Kreuzung. Autofahrer, die aus Richtung Westerntor rechts in die Alte Poststraße einbiegen wollen, haben dazu "nur wenige Sekunden Zeit", da die Ampel schnell wieder auf Rot springe, schreibt der Wernigeröder an die Volksstimme-Redaktion. Der Rückstau reichte zeitweise bis zur Westerntor-Kreuzung und bis in die Friedrichstraße hinein. "Im ungünstigsten Fall kann nicht einmal die Westerntorkreuzung bei einer Grünphase passiert werden", so Rehnert. Auch auf der Alten Poststraße stauten sich die Fahrzeuge teilweise bis zur Feuerwehr.

Jochen Hänsch hat zudem beobachtet, dass Rechtsabbieger aus Richtung Kantstraße bei Rot stehen bleiben müssen, während andere nach links abbiegen dürfen - "obwohl sonst beide grünes Licht hatten, was sinnvoll ist", sagt der Wernigeröder am Leser-Telefon.

Ein Fehler in der Ampelsteuerung sei der Grund für die Misere, sagt Stefan Hörold, Leiter der Landesstraßenbaubehörde in Halberstadt. Aufgetreten ist der Defekt im Computerprogramm, nachdem vor zwei Wochen die Ampelsteuerung an der Krankenhauskreuzung umgestellt wurde. Das Ziel: Fußgänger und Radfahrer sollten die Einmündung der Alten Poststraße zügig überqueren können (Volksstimme berichtete). Die neue Lösung sei nach Hinweisen der Wernigeröder Stadtverwaltung eingeführt worden. Diese hatte wiederum auf Anregungen von Bürgern reagiert, wie Bianca Cöster vom Stadtplanungsamt auf Volksstimme-Nachfrage erklärt.

Geändert hat sich die Ampelschaltung am Fußgängerüberweg aus Richtung Westerntor, der die Rechtsabbiegerspur in Richtung Alter Poststraße überquert. Durch eine zusätzliche Grünphase überqueren Passanten und Radler die drei Fußgängerampeln in einem Zug. "Das funktioniert gut", sagt Hörold. Die Auswirkungen auf den Autoverkehr aus Richtung Westerntor seien aus seiner Sicht überschaubar - wenn das Programm fehlerfrei läuft.

Weil dies aber in den vergangenen 14 Tagen nicht der Fall war, mussten sich Spezialisten einschalten, die nicht von heute auf morgen verfügbar sind. "Es gibt deutschlandweit nur drei Unternehmen, die den Markt bedienen", erklärt Stefan Hörold. Ende vergangener Woche sei der Fehler behoben worden. "Es ist alles geprüft worden. Wir gehen davon aus, dass es jetzt funktioniert."

Jochen Hänsch sei jedoch grundsätzlich skeptisch, was den Vorrang für Radler angeht. "Als ich zuletzt an der Ampelkreuzung angehalten habe, ist ein Radfahrer hinübergefahren. Dafür haben 25 bis 30 Autofahrer mit laufendem Motor gewartet. Gut für die Umwelt ist das sicher nicht."