Wernigerode l Es ist das Jahr 1974, als sich Michael und Sybille Bolzendahl kennenlernen. "Es war die schönste Zeit unseres Lebens", sagt der gebürtige Blankenburger rückblickend. Damals waren die beiden unter den ersten Schülern, die die neu errichtete Schule Burgbreite in Wernigerode besuchten, die später "POS Wladimir Iljitsch Lenin" benannt wurde und mittlerweile eine Ganztagssekundarschule beherbergt. Die junge Liebe, die damals aufflammte, sie hält bis heute.

Um sich an die aufregende Schulzeit zu erinnern, sind Sybille und Michael Bolzendahl zum Ehemaligentreffen am Sonnabend in die Schule des Bautyps "Erfurt" zurückgekehrt. In einer Ausstellung der Chronik im Keller entdeckt Sybille Bolzendahl einen Artikel. "Auf dem Foto bin ich zu sehen", sagt sie. Als Sekretärin der Freien Deutschen Jugend (FDJ) steht sie mit weiteren Schülern auf der Treppe des Gebäudes. Das Paar muss beim Anblick des Fotos lächeln, Erinnerungen werden wach. "Bevor wir in die Schule gezogen sind, waren wir in einem Flachbau neben dem Gerhart-Hauptmann-Gymnasium untergebracht", erinnert sich Michael Bolzendahl. Dort steht heute ein Parkhaus.

Erst im Februar 1974 zogen die Klassen in das Schulgebäude in der Burgbreite um. "Wir hatten damals nicht viel Unterricht", sagt er. "Wir mussten stattdessen Schränke rücken und Fenster putzen. Selbst unsere Eltern packten mit an." Nur zwei Jahre verbrachten Sybille und Michael Bolzendahl in der Burgbreite-Schule, dann hatten sie ihren Abschluss in der Tasche. Im Jahr 1980 gaben sie sich das Ja-Wort. "Noch heute halten die Freundschaften, die wir damals geknüpft haben", sagt Sybille Bolzendahl, die im Sozialamt in Wernigerode arbeitet.

Am Wochenende ist das 40-jährige Bestehen der Einrichtung gefeiert worden. Auch Geografielehrer Heinz Kissner ist an seinen ehemaligen Arbeitsplatz zurückgekehrt. "Andrea, die Ehefrau des aktuellen Schulleiters Wolfgang Kirst, war damals unter meinen ersten Schülern. Sie besuchte die sechste Klasse", erinnert er sich. Er begrüßt seine ehemaligen Schüler Markus und Steffen Mook. "Ich war von 1974 bis 1984 in der Burgbreite", sagt Markus Mook.

Schon am Freitag hatten die 444 Jugendlichen Schulgeburtstag gefeiert. Sie konnten an diesem Tag auch gegen Direktor Wolfgang Kirst im Schach antreten. Bezwungen hat ihn aber niemand. "Eine Schülerin aus Kuba war richtig gut", sagt er. Zwei Stunden lang lieferten sich die beiden ein spannendes Match. Am Ende gewann Kirst. Seit 23 Jahren ist er der Leiter der Sekundarschule. Die 40 Jahre sehe man dem Gebäude seit der Sanierung nicht an. "Außerdem bleibt eine Schule jung, weil immer junge Leute da sind, die sie mit Leben und Lachen erfüllen", so Kirst.

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