In Wernigerode gibt es 29 Spielplätze - nicht alle sind in einem guten Zustand. Wo sich für die Stadt Investitionen lohnen und welche Spielgeräte gewünscht werden, soll eine Eltern-Befragung ans Licht bringen.

Wernigerode l "Egal, wo man in Wernigerode wohnt, man ist nie weiter als fünf bis zehn Minuten vom nächsten Spielplatz entfernt. Das ist respektabel." So lautet das Fazit von Stadtratsmitglied André Weber (CDU). Zuvor hatte Inga Volkmann vom Amt für Grünanlagen und Spielplätze dem Sozialausschuss eine Auflistung aller Bolz- und Spielflächen im Stadtgebiet vorgestellt.

Die Präsentation hatte sie erstellt, um dem Gremium eine Übersicht aller Spielmöglichkeiten und deren Zustand zu geben. Gleichzeitig ist sie die Grundlage für einen Spielplatz-Atlas, der online abrufbar sein wird.

29 Spielplätze werden von der Stadt in Wernigerode betreut, acht in den Ortsteilen, und im Bürgerpark gibt es neun Spielmöglichkeiten. Zusätzlich stehen vier offene Schulhöfe und Angebote für Kinder von großen Vermietern bereit, informierte Volkmann. Die städtischen Plätze seien für unterschiedliche Altersstufen konzipiert - vom Kleinkind bis zum Teenager.

"Eine Neuausrichtung hinsichtlich der Altersstruktur ist in den kommenden Jahren nicht notwendig", informierte Sozialdezernent Andreas Heinrich. Die Geburtensituation in Wernigerode sei in den letzten Jahren mit rund 230 Kindern im Jahr relativ konstant, begründete er.

Grund zum Ausruhen ist das für die Stadtverwaltung jedoch nicht. 45 000 Euro gibt die Stadtverwaltung jährlich für Instandhaltung und Erneuerung der Spielplätze aus. Mit weiteren 8000 Euro schlagen Leistungen des Bauhofes für die Pflege zu Buche.

Trotz regelmäßiger Kontrollen, Erneuerungen und Pflege der Spielplätze gebe es "einige Sorgenkinder", so Inga Volkmann. Dazu zählen der Bolzplatz in der Theodor-Fontane-Straße, der Platz im Blockshornweg und das Indianerdorf oberhalb der Burgbreite. "Ob sich die Kosten für eine Sanierung oder Neugestaltung lohnen, muss erst abgewogen werden. Problematisch ist, dass wir nicht wissen, inwieweit die Plätze überhaupt genutzt werden", gab die Gartenamtsmitarbeiterin, selbst dreifache Mutter, zu bedenken.

Um dies zu klären, sollen nun die Eltern einbezogen werden. So regte Sozialamtsleiterin Petra Fietz eine Umfrage in Zusammenarbeit mit dem Gemeindeelternrat an. Inhalt: Wo spielen die Kinder und wie häufig, gibt es Vorschläge zur Gestaltung der Plätze? Ausgelegt werden sollen die Fragebögen in Grundschulen und Tagesstätten. Dies sei eine gute Möglichkeit zu erfahren, welche Spielplätze demoliert und vermüllt werden.

Die Sozialausschuss-Mitglieder befürworteten die Idee. "Wir benötigen die Schwerpunkte der Elternwünsche, um zu wissen, wo etwas fehlt und welche Ausgaben sich lohnen", fasste der Vorsitzende Kevin Müller (SPD) zusammen.

Eine erste, grobe Übersicht über Wernigerodes Spielplätze erhalten Eltern und Touristen bereits auf der Internetseite "Familienfreundliches Wernigerode". Dort ist ein Luftbild der Stadt zu finden, auf dem alle Plätze markiert sind. Künftig soll die Grafik zu einer Art Spielplatz-Atlas ausgebaut werden. "Geplant ist, dass zu jedem Platz die Angaben zur Altersstufe und dem Zustand ergänzt werden", sagte Petra Fietz. Außerdem sollen die Informationen via Smartphone abrufbar sein.

www.wernigerode.de/de/familienfreundliches-wernigerode-startseite.html