Auswärtige, die per Auto zum Bahnhof Steinerne Renne wollen, verirren sich oft. Das geht auch Urlaubern so, die im Hotel am Naturdenkmal übernachten wollen. Helfen könnten Hinweisschilder, die aber nicht einfach so aufgestellt werden dürfen.

Wernigerode l "Wo geht es hier zur Steinernen Renne?" Diese Frage stellen sich Wanderer in Wernigerode, die mit dem Auto den Startpunkt ihrer Tour nahe Wasserkraftwerk und Bahnhof der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) suchen. Auch Urlauber, die im Waldgasthaus "Steinerne Renne" übernachten wollen, haben Schwierigkeiten, den Weg dorthin zu finden. Doch Schilder, die bei der Orientierung helfen könnten, sollen oder dürfen nicht einfach so aufgestellt werden.

Madeleine Lambert wird oft nach der Steinernen Renne gefragt. Die 36-Jährige wohnt nahe des Floßplatzes in Hasserode. "Mindestens viermal die Woche" erkundige sich jemand nach dem Weg, berichtet sie. "Viele Autofahrer verirren sich ins benachbarte Wohngebiet." Eine bessere Beschilderung könnte da helfen, regt die Wernigeröderin an. Am Floßplatz hängen zwei kleine Tafeln für Hotel und Gewerbebetrieb - beide werden leicht übersehen, so Madeleine Lambert. Gut wäre, wenn dabei auf Parkmöglichkeiten hingewiesen würde. "Schließlich ist die Steinerne Renne ein beliebtes Ausflugsziel."

Die Stadtverwaltung sieht das allerdings kritisch, sagt Gerald Fröhlich, Chef des Wernigeröder Ordnungsamtes. Die betreffende Straße sei öffentlich und dürfe bis zum Bahnhof Steinerne Renne und zum Wasserkraftwerk befahren werden. "Doch wir wollen die Autofahrer nicht dorthin lenken", so Fröhlich. Vielmehr sei gewünscht, dass Wanderer die HSB nutzen. Aus seiner Sicht habe es bisher wenig Probleme gegeben. "Grundsätzlich wissen die Wanderer, wie sie dorthin gelangen", so Fröhlich. Parkplätze gibt es, wenn auch nicht offiziell. Am Wasserkraftwerk sowie am Abzweig zur Bielsteinchaussee dürften Autofahrer ihre Wagen abstellen - obwohl keine Stellplätze ausgewiesen sind. "Hier gilt: Was nicht verboten ist, ist erlaubt", so Fröhlich.

Nicht erlaubt ist es aber, auf der Bielsteinchaussee in den Wald hineinzufahren. Deshalb steht an der Auffahrt ein "Durchfahrt verboten"-Schild, nur Fahrzeuge der Forstwirtschaft haben freie Fahrt. "Der Waldweg ist nicht öffentlich. Er darf begangen, aber nicht befahren werden", erläutert der Leiter des Landesforstbetriebes Oberharz, Joachim Bauling, der für Wald und Waldwege zuständig ist. Ausnahmen gebe es für Übernachtungsgäste und Mitarbeiter des Waldgasthauses.

Weil die Hotelgäste Schwierigkeiten hätten, den Weg zu seinem Haus zu finden, will der Betreiber des Gasthauses "Steinerne Renne", Klaus-Jürgen Oeft, ihnen mit Schildern den Weg weisen. Ein solches hat er an der Einfahrt zur Bielsteinchaussee aufgestellt. Zwar verschickten er und seine Frau Beate Anfahrtsskizzen an die Hotelgäste. "Doch die Leute verlassen sich auf ihr Navigationsgerät - und das funktioniert hier im Wald nicht."

Die hölzerne Tafel gebe da einen Anhaltspunkt: "Viele haben gesagt: Endlich kann man sich orientieren." Dass durch das Schild mehr Verkehr im Wald entstehe, glaubt er nicht. "Hier wird nie ein Autotourismus stattfinden."

Dennoch darf die Tafel nicht bleiben, sagt Forstchef Bauling. Das hat der Landesforstbetrieb dem Hotelbetreiber schriftlich mitgeteilt. Zum einen müsse das Aufstellen neuer Schilder mit dem Landesforstbetrieb abgestimmt werden, begründet Bauling - das habe Klaus-Jürgen Oeft versäumt. Zum anderen gebe es strenge Vorschriften für Schilder. "So darf nicht das Wort ,Zufahrt` verwendet werden, weil es suggeriert, dass man dort fahren darf." Dann sei der Standort der Tafel ungünstig. "Ein Schild unmittelbar vor einem Verkehrsschild aufzustellen, ist weder üblich noch zulässig."

An dem Verkehrsschild selbst lasse sich kein Hinweis anbringen, sagt der Forstchef. "Es ist genau vorgeschrieben, was dort verzeichnet sein darf und was nicht." Der Zusatz "Hotelgäste frei" zähle nicht dazu. Eine Zusatztafel am Verkehrsschild sei ebenfalls nicht möglich. Eine solche hatte der Hotelbetreiber schon einmal angebracht und wieder entfernen müssen. Dass Oeft ein Schild wolle, sei aber verständlich. "Es lässt sich sicher eine Lösung finden", so Bauling.

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