Wernigerode/Nordhausen l Das von Harzer Schmalspurbahnen (HSB) und dem Freistaat Thüringen praktizierte sogenannte Nordhäuser Modell wird verlängert und bis mindestens 2018 fortgesetzt. Das besiegelten HSB-Geschäftsführer Matthias Wagener und die Thüringer Verkehrs-Staatssekretärin Inge Klaan in dieser Woche. Mit dem Vertrag wird die Zusammenarbeit von HSB und den Straßenbahnverkehr in Nordhausen vernetzt.

Diese systemübergreifende Kooperation wird seit 2004 in der Nordharz-Stadt realisiert. Das meterspurige Gleisnetz von HSB und örtlichem Nahverkehrsanbieter war an zwei Punkten verknüpft worden. Seither rollen drei spezielle Zwei-System-Stadtbahnfahrzeuge vom Typ "Combino-Duo" nicht nur durch die Stadt, sondern auch über das HSB-Gleisnetz. Mit der Integration des HSB-Netzes ist im Raum Nordhausen ein durchgängiger Linienbetrieb zwischen dem Südharz-Klinikum und der 17 Kilometer vom Hauptbahnhof entfernten Ilfeld-Neanderklinik möglich.

Die frühere Nordhäuser Baudezernentin Inge Klaan war 2004 maßgeblich am Zustandekommen dieser Kooperation beteiligt. Sie freute sich ebenso wie HSB-Chef Wagener über die Vertragsverlängerung bis Ende 2018, der nach dem Willen aller Beteiligten danach eine zweijährige Verlängerungsoption bis Ende 2020 folgen soll.

Mit dem Kontrakt wird nicht nur der attraktive Nahverkehr in Nordhausen fortgesetzt, sondern auch das generelle Engagement der HSB im Nordharz. Im Gegenzug soll auch die Kooperation der HSB mit dem Dampflok-Ausbesserungswerk im thüringischen Meiningen fortgesetzt werden. "Die Hauptuntersuchungen, die alle acht Jahre für unsere Dampfrösser fällig sind, erfolgen weiter dort", sagte HSB-Sprecherin Heide Baumgärtner. Daran änderten auch Pläne, in Wernigerode eine gläserne Werkstatt zu bauen, nichts. In den HSB-Werkstätten erfolge jedoch die reguläre Wartung und Pflege der Loks.