Wernigerode l Wohnraum in Wernigerode ist gefragt. Thomas Lüderitz weiß, wovon er spricht. Der Wernigeröder ist seit 2008 als Immobilienmakler tätig, vermittelt Wohnungen und Häuser. "Es kommt leider oft vor, dass ich Wohnungssuchende wieder wegschicken muss", sagt Lüderitz. "Tatsächlich ist es so, dass wir mehr Kundenanfragen haben, als freier Wohnraum zur Verfügung steht."

Für die Leistungen eines Maklers müssten die Kunden eine Courtage von zwei Monatsmieten zahlen. Das könne sich nicht jeder leisten. "Unsere Kunden sind in der Regel finanziell abgesichert. Sie sind bereit, für eine schöne Wohnung etwas tiefer in die Tasche zu greifen." Oftmals würden sich aber auch junge Familien an ihn wenden, die zuvor erfolglos selbst gesucht haben und für die der Makler die letzte Hoffnung ist.

Gefragt seien derzeit große Wohnungen ab 90 Quadratmetern mit mindestens drei Zimmern, Gartenanteil oder Terrasse, Stellplatz und Keller. "Solch eine Traumwohnung sucht fast jeder", sagt der Makler. Jedoch sei der Anteil an größeren freien Wohnungen generell klein. "Vielleicht vier oder fünf im Jahr. Wohnungen zwischen 45 und 90 Quadratmetern haben wir dagegen öfter in der Vermittlung."

Vielen Wohnungssuchenden sei vor allem ein Balkon wichtig. Dafür würden sie bei anderen Aspekten sogar Kompromisse eingehen.

Bevorzugte Stadtteile sind Hasserode und die Charlottenlust, sagt Thomas Lüderitz. In dem Wohnviertel im Norden der Stadt werden übers Jahr viele Wohnungen vermittelt, so der Makler. "Dort ist es ruhig, die Busanbindung ist gut. Das schätzen die Leute."

Auch der Seigerhüttenweg und der Bodengarten sind beliebt. Wohnungen in der Innenstadt sind dagegen schwerer zu vermitteln. Zwar handele es sich oft um sanierte Immobilien. Doch es gebe wenige Stellflächen für Autos.

Die Mietpreise in Wernigerode seien in der Vergangenheit kontinuierlich angestiegen. "Vor einigen Jahren hatten wir noch Schwierigkeiten, sanierten Altbau für sechs Euro pro Quadratmeter zu vermieten." Das sei jetzt anders. Für Neubauwohnungen müssen man inzwischen sogar mit mindestens sieben bis acht Euro pro Quadratmeter rechnen.

Nach wie vor arbeite er gern als Immobilienmakler, so der gelernte Einzelhandels- und Bürokaufmann. "Ich bin damals in die Branche reingerutscht. Die Chance hat sich ergeben, und ich habe zugegriffen", blickt Thomas Lüderitz zurück.

Die Arbeit mache ihm Spaß, er sei mit ganzem Herzen dabei. "Und das sollen auch meine Kunden merken."