Wernigerode l Wer die Führerscheinprüfung bestanden hat, muss nie wieder Verkehrsregeln büffeln. "Ein Irrglaube", sagt der Wernigeröder Fahrlehrer Oliver Dirrwald. "Im Straßenverkehr ändern sich Gesetze. So war es früher üblich, beim Hineinfahren in Kreisverkehre zu blinken, heute nicht mehr." Es sei wichtig, sich fortzubilden, nicht zuletzt, um Kindern im Straßenverkehr ein gutes Vorbild zu sein.

Deshalb bieten Dirrwald und seine Mitstreiter der Verkehrswacht Schulungen und Beratungen an. Seit 2012 gibt es den Verein mit Hauptsitz in Ballenstedt. "Unser Ziel ist es, Unfälle zu vermeiden", sagt Oliver Dirrwald. Neun Mitglieder zählt der Verein, darunter Fahrlehrer und ehemalige Polizisten. Neue Mitstreiter seien willkommen und können sich unter www.verkehrswacht-harzkreis.de informieren. "Wir legen Wert auf Fachkompetenz. Und Mitglieder sollten sich ihre Zeit relativ frei einteilen können", ergänzt Michael Stehlig, Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Verkehrsrecht.

Bedarf für Verkehrserziehung gebe es in allen Generationen, betonen die beiden Männer. In ihrem Berufsleben seien sie damit täglich konfrontiert. Zu den Angeboten der Verkehrswacht gehören deshalb Schulungen für Kraftfahrer 50plus, Senioren und Kurse in verschiedenen Vereinen.

"Hauptaugenmerk liegt auf der Verkehrserziehung von Kindern", sagt Michael Stehlig. Mit ihnen wird das Verhalten im Straßenverkehr, in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Fahrradfahren trainiert.

"Bei den Projekten kooperieren wir eng mit der Polizei", sagt Dirrwald. Die Zusammenarbeit soll 2015 weiter verstärkt werden. Dafür sind Treffen mit Regionalbereichsbeamten aus Wernigerode, Halberstadt und Quedlinburg geplant. Ein gemeinsames Projekt soll die Ausbildung von Schülerlotsen sein.