Kurz bevor das Jahr zuende geht, lädt Wernigerodes Oberbürgermeister traditionell ins Rathaus, um auf die Höhepunkte der letzten zwölf Monate zurückzuschauen. Besonders der Sachsen-Anhalt-Tag und die Bauprojekte in Schierke seien prägend gewesen.

Wernigerode l "Wir haben ein sehr ereignisreiches Jahr in Wernigerode erlebt", so beginnt Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) seine Rückschau auf das zu Ende gehende Jahr. Kurz vor Silvester lud Wernigerodes Stadtchef Vertreter der Presse ins Rathaus ein, um auf die Höhepunkte der letzten zwölf Monate zurückzublicken.

Besonders prägend sei der Sachsen-Anhalt-Tag gewesen, der vom 18. bis 20. Juli in der bunten Stadt stattfand. "Ein großes Ereignis", so Gaffert. Für die Stadt Wernigerode habe die Veranstaltung eine riesige überregionale Ausstrahlung gehabt.

Als Kraftakt bezeichnete Peter Gaffert die Bauprojekte in Schierke, die im Herbst des Jahres fertiggestellt werden konnten. Der Brockenort ist um ein Parkhaus mit Fußgängerbrücke, eine Umgehungsstraße und mehrere Brücken reicher. "Das hat uns viel Geld und viel Kraft gekostet", so der Oberbürgermeister. "Aber wir sind ein großes Stück vorangekommen." Mit den Investitionen (insgesamt 26 Millionen, Eigenanteil der Stadt fünf Millionen Euro) sei der Grundstock für die weitere touristische Entwicklung Schierkes gelegt worden.

Gleichzeitig lobte das Stadtoberhaupt die wirtschaftliche Stärke Wernigerodes. "Wir haben eine sehr niedrige Arbeitslosenquote, eine hohe Einkommensverteilung und damit eine starke Kaufkraft." Die positive Entwicklung wirke sich auch auf den Wohnungsmarkt aus. "In Wernigerode herrscht eine deutlich höhere Nachfrage nach Wohnraum als anderswo."

"Die alten Leitungen in der Nöschenröder Straße waren eine Herausforderung."

Nicht nur in Schierke sei 2014 gebaut worden, sondern auch in Wernigerode selbst. Besonders "nervenzehrend" sei die Sanierung der Nöschenröder Straße. Der Ausbau des ersten Teilabschnitts vom Burgberg bis zur Degenerstraße sei "deutlich schwieriger gewesen als gedacht". Das habe vor allem an der Infrastruktur unter der Straßendecke gelegen. "Die alten Leitungen waren eine ziemliche Herausforderung für die Bauleute." Im kommenden Jahr werden die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt fortgesetzt. Frei gegeben werden konnte die Straße Unter den Zindeln, die Gaffert als wichtige Verkehrsader in der Innenstadt bezeichnete. Wenn im kommenden Jahr die Turnhalle fertiggestellt und in naher Zukunft die Bebauung des Ochsenteichgeländes realisiert werde, würde der Straße eine noch größere Bedeutung zukommen.

Auch am Rathaus wurde gebaut. So seien die Arbeiten am Hochzeitserker abgeschlossen worden. Das kleine Trauzimmer werde nun wieder rege von Brautpaaren genutzt. "Was nicht schön ist, bei so gut wie jeder Sanierung im Rathaus finden wir Schwamm. Das bringt die alte Bausubstanz mit sich." Erst vor wenigen Wochen wieder wurde der Schädling beim Verlegen von Elektroleitungen im kleinen Sitzungssaal entdeckt (wir berichteten).

Darüber hinaus hob der Oberbürgermeister das Engagement von privaten Investoren in der Stadt hervor. So freue er sich über den Baustart am Hasseröder Burghotel. "Mit Blick auf die Übernachtungszahlen wird das neue Hotel Wernigerode einen großen Schub geben." Bei normaler Auslastung rechne er mit bis zu 50 000 Übernachtungen mehr im Jahr. "Ich bin froh, dass wieder Leben in das leerstehende Haus einkehrt. Es ist nicht im Interesse der Stadt, diese Ruine stehen zu lassen."

Auf Initiative der Wernige-röder Wohnungsgenossenschaft seien in der Schreiberstraße neue Wohnungen entstanden. Außerdem sei es der Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft durch die Modernisierung der Technik gelungen, das städtische Kino in die neue Zeit zu retten.

Aus politischer Sicht seien die Kommunalwahlen im Frühjahr ein Höhepunkt gewesen. "Die Wahlbeteiligung war leider nicht sehr hoch", so Gaffert. "Ich bin aber sehr erleichtert, dass diesmal kein Vertreter der NPD in das Gremium gewählt wurde."

"Wir sind finanziell gut aufgestellt. Viel besser hätte das Jahr nicht laufen können."

Im Stadtrat seien in den vergangenen zwölf Monaten richtungsweisende Beschlüsse gefasst worden. So hätten sich die Stadtpolitiker nach intensiven Diskussionen für den Bau einer Multifunktionsarena in Schierke für mehr als sechs Millionen Euro ausgesprochen. "Es ist wichtig, in den Tourismus zu investieren." Das geschehe anderswo im Harz auch. Gaffert nannte die Therme in Thale, den Kletterpfad in Bad Harzburg und das Spielehaus in Halberstadt als Beispiele.

Zudem habe der Stadtrat für die Realisierung des Klimaschutzkonzeptes gestimmt, das vorsieht, den Kohlendioxid-ausstoß in den kommenden Jahren zu senken.

"Viel besser hätte das Jahr nicht laufen können", so Gaffert zum Abschluss. "Wir sind finanziell gut aufgestellt." Der Oberbürgermeister zeigte sich zuversichtlich, dass Wernigerode den erfolgreichen Weg auch im kommenden Jahr fortsetzen werde.