Wernigerode (wb) l Die Zwangsversteigerung des Wernigeröder Argenta-Geländes ist im ersten Anlauf gescheitert. Beim Versteigerungstermin am Donnerstagvormittag im Amtsgericht hatte sich kein Bieter gefunden, der bereit war, das Gelände samt Industriegebäude zu erwerben. Lediglich ein kleines, an das eigentliche Argenta-Areal angrenzende Stückchen Gartenland fand einen neuen Besitzer. Es kam für das Mindestgebot von 850 Euro unter den Hammer.

Für das eigentliche Gelände wurde in der eine halbe Stunde dauernden Versteigerung kein Gebot abgegeben. Zwar hatten sich eine Handvoll Interessenten eingefunden, doch alle Aufrufe von Rechtspfleger Andreas Gaschler, ein Gebot abzugeben, blieben am Ende erfolglos. Gaschler zeigte sich über den Ausgang des Verfahrens etwas verwundert. Angesichts zahlreicher Anfragen auch von außerhalb habe er mit mehr Interesse gerechnet.

Nun setzt das Amtsgericht einen zweiten Versteigerungstermin an, der laut Gaschler in drei bis fünf Monaten stattfinden wird. Auch bei diesem Termin gelten die selben Regeln wie gestern. Das Grundstück hat einen Verkehrswert von 470000 Euro. Das Mindestgebot liegt bei der Hälfte dieses Wertes. Wird weniger geboten, darf Gaschler keinen Zuschlag erteilen. Wird mehr geboten, kann der Hauptgläubiger zustimmen, muss es aber nicht. Hauptgläubiger ist in diesem Fall die Nord LB, die der Argenta-Eigentümerin einen Kredit über mehrere 100 000 Euro gewährt hatte.

Auch Sebastian Wolf, ein Vertreter der Nord LB, musste gestern unverrichteter Dinge wieder aus Wernigerode abreisen. Theoretisch wäre auch ein Verkauf der Industriebrache möglich, doch damit rechne er nicht, so Wolf.

Die Eigentümerin hatte im Mai 2007 das Argenta-Gelände gekauft und wollte mit einer Investorengemeinschaft Wohnhäuser bauen. Bislang stehen auf dem Areal drei Einfamilienhäuser.