Trautensteins Teich soll ein "Ortsbild prägendes Gewässer" werden, sagt der Ortsrat. Aber widerwillig, denn eigentlich sollte es ein Biotop werden. Und ob das Gewässer entsteht, ist auch noch unklar. Sicher ist nur: Mit dem Baden ist`s vorbei.

Trautenstein (jko/bfa) l Alle Räte hatten im Dorfgemeinschaftshaus Platz genommen, Bürger machten sich rar, als der Ortschaftsrat über die Zukunft der Badestelle Trautenstein entscheiden wollte. Das Thema wird seit Wochen diskutiert, doch was Räte und Bürger zu hören bekamen, überraschte und erzürnte viele.

Die bisherige Naturbadestelle am Schützenhaus aufzugeben und ein Schild "Unbewachte Badestelle" hinzustellen, verhindert ein ganzes Paket von Vorschriften, mussten die Räte gleich zu Beginn zur Kenntnis nehmen. Dabei war genau das das Ziel gewesen, nachdem sich kein Verein zur Übernahme des Badebetriebes gefunden hatte. Der Teich sollte als Biotop erhalten werden - wer baden wolle, könne das dann auf eigene Gefahr tun, hieß es. Irrtum.

Wie Stadtbürgermeister Frank Damsch (SPD) darlegte, zöge auch diese Ausweichvariante eine Kette von Genehmigungen und unabsehbaren Kosten nach sich. Beispielsweise sei eine Wasserabnahmegebühr fällig, die teuer werden könne, so Damsch. Der Badebetrieb mit Verein hätte dagegen nur 2300 Euro/Jahr gekostet.

Bei einer unbewachten Badestelle wiederum müssten Wieseneigentümer befragt und die Genehmigung der Naturschutzbehörde eingeholt werden. Wobei unklar sei, ob ein Biotop nicht sowieso Baden ausschließe. "Wollen Sie diesen schwierigen Weg gehen?", fragte Damsch in die Runde.

Die teils sprachlosen, teils sichtlich verstimmten Ratsmitglieder wollten fassen, welch` bürokratischen Hürden es für einen Dorfteich gibt. So leicht, wie sie sich die Lösung offenbar vorgestellt hatten, war es mitnichten. Damsch brachte das Problem auf den Punkt: Kein Verein - kein Baden, so besage es die dafür gültige Beschlussvorlage des Stadtrates Oberharz.

Der Rat verwarf das Biotop als Ziel, ebenso auch den Gedanken, die Wasserstelle als Feuerlöschteich zu deklarieren. Der müsste dann umzäunt werden, und baden dürfe darin auch keiner, hieß es.

Auf Vorschlag von Ratsmitglied Ulrich Kallenbach einigte sich das Gremium schließlich leicht resignierend auf die offizielle Formulierung, die Wasserstelle als "Ortsbild prägendes Gewässer" zu erhalten.

So ein Gewässer müsse allerdings mit Schilf, Schwemmsand oder ähnlichem ausgestattet werden, sodass Baden wirklich unmöglich sei, erläuterte Damsch. Er nahm es als Auftrag des Rates an die Stadtverwaltung mit, diese Nutzung des Teiches zu prüfen.

Damit ist es mit dem Baden unter freiem Himmel in Trautenstein vorbei, ein Thema dürfte der Teich aber bleiben.