Seit 15 Jahren sogt Christof Lauer aus Königshütte im Harz und drüber hinaus für Staunen und Unterhaltung. Etwa 100 Zauberkunststücke und zwölf große Illusionen hat der junge Magier drauf. Leben kann er davon nicht, aber die Zauberei ist sein Leben.

Königshütte l Begonnen hat alles mit einem Spielzeug-Zauberkasten. Den wollte Christof Lauer, Jahrgang 1985, schon als Kind unbedingt haben. Die Eltern hatten ein Einsehen, und Anfang der 1990-er Jahre lag das Zauberteil tatsächlich unterm Weihnachtsbaum. Seit dem lässt den heute 30-Jährigen die Kunst der Illusion als Unterhaltung für andere nicht mehr los.

In zahlreichen Oberharzorten und weit darüber hinaus ist Magier Christof Lauer inzwischen bekannt. Meist von Auftritten bei Familienfeiern, Senioren- und Kinderfesten. Zuletzt verzauberte er den Kinderkarneval in Blankenburg und bekam Beifall in einer Disko in Ballenstedt. Im Hotel "Waldmühle" in Elend ist er mittlerweile eine Art Stamm-Künstler. Seesen, Neustrelitz, Gernrode, Wernigerode sowie Magdeburg und Halle waren auch schon Auftrittsorte.

Seine Bühne findet der Oberharzer dabei praktisch überall. Mal ist es ein Dorfgemeinschaftshaus wie das in Trautenstein, mal eine Manege wie im Erlebnispark Memleben, mal ein Freibad, Kindergarten, ein Partykeller oder Wohnzimmer. Oft zu einer Jugendweihe oder zum Kindergeburtstag. "Manchmal bin ich bei einer Jugendweihe und später zum Kindergeburtstag in der gleichen Familie, das ist immer sehr schön", so Lauer.

Für sein Repertoire fährt der Königshütter auch mal bis Holland zu seinem Vorbild, Magier Hans Klok, um sich weiterzubilden. Auch Frank Musillinski aus Rostock, Künstlername "Der Hexer", ist für ihn ein Vorbild. Einige Jahre hat der Zauberkünstler aus Leidenschaft versucht, nach der Ausbildung zum Wirtschaftskaufmann von der Zauberkunst zu leben. Das erwies sich als unmöglich.

So arbeitet der junge Mann wochentags in einem Wernigeröder Betrieb und beginnt nach Feierabend sein zweites Leben als Magier. "Es ist schon mehr als ein Hobby, Zaubern zu können, ist mein Leben", sagt Christof Lauer von sich selbst. Im normalen Leben bisweilen etwas schüchtern und auch noch solo, wird er auf der Zauberbühne lebendig.

Da lässt der Königshütte auch mal gern eine Frau verschwinden und versetzt gemeinsam mit Bühnenpartnerin Charlene Hentrich aus Halberstadt so manches Publikum ins Staunen. Zwölf solcher großen Illusionen hat er im Repertoire. Eine Jungfrau zu zersägen oder schweben zu lassen, ist für ihn nicht schwer. "Wichtig ist, immer wieder neue Varianten auszuarbeiten", so Christof Lauer. Ein Magier könne nicht wie etwa ein Sängerdouble einen Erfolgskünstler kopieren. "Wenn ein Trick oder eine Illusion bekannt ist, kommt es auf eine spezielle Variante oder Weiterentwicklung an", so der Zauberer von Königshütte. Gerade habe er eine neue Variante ins Programm genommen, bei der eine Frau aus einem mit Messern vielfach durchstochenen Kasten praktisch verschwindet - und zurückgekehrt.

Aber: "Die Großillusionen sind nicht immer das Schwierigste", so seine Erfahrung. "Die kleineren Zaubereien sind oft viel schwieriger, weil es auf absolute Fingerfertigkeit ankommt." Wenn es dann auf einer Freilichtbühne im Oberharz mal bannig kalt wird, ist das mit der Fingerfertigkeit ein Problem. Das schreckt Christof Lauer nicht. Nach 15 Jahren ist er so etwas wie ein Bühnenprofi und wartet immer auf den nächsten Auftritt.

 

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