Sich freiwillig in der Feuerwehr zu engagieren, hat bei den Fulsts Tradition. Die Darlingeröder Familienmitglieder machen knapp elf Prozent der Ortswehr aus und schätzen vor allem die Kameradschaft.

Darlingerode l Schon Großvater Hermann Fulst ist ehrenamtlicher Brandschützer gewesen. Derzeit gehören mit Wilfried, Manuel und Milan Fulst sowie Beatrice Suckfiel gleich vier Angehörige der Familie zu den Aktiven der Ortswehr Darlingerode. Von den insgesamt 37 Mitgliedern stellt somit die Familie 10,8 Prozent der Feuerwehrleute. Obendrein ist Wilfried Fulst Wehrleiter.

1967 trat er in seinem Heimatdorf in die damalige Arbeitsgemeinschaft "Junge Brandschutzhelfer" ein. "Die Feuerwehr war schon immer mein Ding und zieht sich durch mein ganzes Leben", blickt Wilfried Fulst im Gespräch mit der Volksstimme zurück. Dass gleich beide Söhne des passionierten Brandschützers sowie eine Schwiegertochter in seine Fußstapfen traten und bis heute "ihrer Feuerwehr" die Treue halten, "erfüllt mich mit Stolz", sagt das Familienoberhaupt. Und der 59-Jährige betont, dass es die eigene Entscheidung seiner Kinder war. Milan Fulst hat es mittlerweile zum Vize-Ortswehrleiter und somit zu Vaters Stellvertreter gebracht.

Manuel Fulst, heute 36 Jahre alt, trat 1990 und sein 34-jähriger Bruder Milan 1996 in die Jugendwehr ein. Beatrice Suckfiel, Lebensgefährtin von Manuel Fulst, wurde vor zehn Jahren Feuerwehr-Mitglied. "Manuel hatte gesagt, komm doch mal mit, und irgendwann lag der Aufnahmeantrag vor mir." Nach zahlreichen Fortbildungen ist die junge Frau heute Stadtjugend-Feuerwehrwartin für Ilsenburg und die beiden Ortsteile.

Alle vereint, dass sie einen Großteil ihrer Freizeit mit dem für sie wichtigen Ehrenamt verbringen. Tag und Nacht sind sie für den Einsatz gewappnet. Ständiger Begleiter ist der Feuerwehr-Pieper - nicht wissend, wann er läutet. "Selbst meine Frau hat ihn samt der Feuerwehr geheiratet", sagt Milan Fulst schmunzelnd. "Wenn nachts der Pieper schrillt, macht meine Frau Yvonne schon mal das Licht für mich an", verrät der jüngste Fulst-Brandschützer. Er berichtet, dass das Einsatzgeschehen rund um die Uhr neben seinen drei Schichten als Gießerei-Kontrolleur nicht immer leicht sei. Vor allem dann, wenn man bis weit nach Mitternacht im Einsatz war und kurz nach 4 Uhr wieder der Wecker klingelt. Alle Fulst` wissen nur zu gut, dass das Engagement für die Feuerwehr ohne die Unterstützung der Familien nicht funktioniert.

"Viele Erinnerungen sind für mich mit der Feuerwehr verbunden", sagt Manuel Fulst und erinnert beispielsweise an erfolgreich absolvierte Wettkämpfe und Zeltlager in der Jugendzeit. "Wir sind dank der Feuerwehr viel herum gekommen", ergänzt Wilfried Fulst. Vor allem die Kameradschaft und der Zusammenhalt unter den Mitgliedern sei eine Besonderheit, erzählt Manuel Fulst. Das helfe über nicht ganz so leichte Einsätze, bei denen beispielsweise Kinder in Mitleidenschaft gezogen wurden, hinweg.

Dass sich die Feuerwehrleute nicht aus Eigennutz in der Feuerwehr engagieren, sondern eine wichtige Aufgabe für die Allgemeinheit übernehmen, betont Milan Fulst. Lächelnd fügt er hinzu: "Wir haben im Gerätehaus noch Spinde frei, die werden nicht vererbt. Jeder, der Interesse hat, ist herzlich bei der Feuerwehr willkommen."