Wernigerode l Weniger Musik vom Band, dafür mehr Chorgesang. Mehr festliche Beleuchtung, schönere Buden, Einbeziehung des Blumenuhrgeländes. Die Liste an Verbesserungsvorschlägen für die Gestaltung des Weihnachtsmarkts ist lang. Die Mitglieder des Ordnungs- und des Kulturausschusses hatten sie in den vergangenen Wochen erarbeitet.

"Wir haben die Vorschläge intern besprochen", informierte Gerald Fröhlich im jüngsten Ordnungsausschuss. Gleichzeitig gab der Chef des Ordnungsamtes zu bedenken: "Eine Aufstockung der Buden und der Beleuchtung kostet Geld. Doch der Weihnachtsmarkt arbeitet defizitär." Knapp 88 000 Euro hat der Markt die Stadt 2014 gekostet. Dem stehen Einnahmen von 53 000 Euro gegenüber.

Um den Minusbetrag in diesem Jahr zu reduzieren, seien die Standgebühren erhöht worden, so Fröhlich. Eine 100-prozentige Kostendeckung werde dadurch nicht erreicht. Dennoch seien einige der Vorschläge aufgegriffen worden: Das Gelände rund um die Blumenuhr soll mit Lichterketten geschmückt werden. Die Tanne auf dem Markt soll bis zum 6. Januar stehenbleiben. Auch eine Erweiterung der Beleuchtung in der Markt-, Burg- und Westernstraße erwäge die Verwaltung. "Das hängt aber noch von den Kosten ab", sagte der Amtschef. Nicht rütteln lasse sich in diesem Jahr an der zeitlichen Ausdehnung des Adventsmarktes. "Wir eröffnen am Freitag vor dem 1. Advent", so Fröhlich. "Am 22. Dezember um 18 Uhr schließt der Weihnachtsmarkt seine Pforten."

"Das Problem ist, dass viele Gäste den Markt nicht attraktiv finden", meldete sich Matthias Winkelmann (CDU) zu Wort. "Die Händler sind immer die gleichen. Jedes Jahr stehen sie an der selben Stelle. Insgesamt ist der Markt sehr beengt." Den Abschluss des Weihnachtsmarktes am 22. Dezember halte er für viel zu früh. "Da reisen die meisten Touristen erst an." Zudem regte er an, die untere Breite Straße, die vor allem an den Sonnabenden und Sonntagen "gerammelt voll" ist, wenigstens an ein bis zwei Wochenenden für den Verkehr zu sperren.

Arbeitsgruppe soll Vorschläge sondieren

Eigentlich habe Wernigerode mit seinem historischen Ambiente die besten Rahmenbedingungen, sagte Mario Schlieper (parteilos, SPD-Fraktion). "Die Leute sollen nicht gestresst, sondern begeistert weggehen und im nächsten Jahr wiederkommen." Belebte Seitenstraßen mit Buden und Bühnen, mehr Angebote für Kinder und ein vielfältigeres Warensortiment, schlug Schlieper vor.

Die Enge sei gewollt gewesen. "Das ist anheimelnd", sagte Siegfried Siegel. "Vor einigen Jahren hat es eine Arbeitsgruppe gegeben, die die Grundbausteine der Gestaltung erarbeitet hat. Wir können uns nicht jedes Jahr in endlosen Debatten Vorschläge um die Ohren hauen, und nichts passiert. Das bringt nichts." Warum keine neue Arbeitsgruppe gründen, regten Mario Schlieper und Reinhard Wurzel (CDU) an. "Dann müssen wir nicht in allen Ausschüssen diskutieren. Und nach fünf Jahren gibt es schon neue Ansatzpunkte", so Wurzel. Dem stimmte auch Ausschusschef André Weber (CDU) zu. "Sonst kommen wir nicht weiter. Die Auffassungen sind zu unterschiedlich." Außerdem schlug er vor, dass sich nicht nur Politiker und Verwaltung an der Arbeitsgruppe beteiligen, sondern auch die Händler. "Denn sie müssen das Spielchen am Ende mitspielen."