Wernigerode l Der Fachmann vom Sportstättenbau zieht auf einer Walze seine Bahnen, während dem Hasseroder Fußball-Club schon neues Unheil droht. So zumindest haben es die Eltern gesehen, deren Kinder zum Probetraining an die Mannsbergstraße eingeladen waren. "Sie waren vom Zustand der Gebäude so geschockt, dass 19 Eltern auf der Stelle einen Rückzug machten, weil sie ihren Kindern solch schlimme Bedingungen nicht zumuten möchten", sagte Vereinschef Helmut Homann. Lediglich ein Vater, der selbst Fußballer bei Einheit Wernigerode war und dem die Situation "bekannt vorkam", stimmte einer Mitgliedschaft zu.

Die Eltern mit dem Hinweis zu halten, dass sich die Trainings- und Spielbedingungen mit dem neuen Kunstrasenplatz verbessern würden, gelang nicht. Die Knirpse sind wohl für die Nachwuchsabteilung des FC Einheit verloren, haderte Homann. Er habe jedoch gleichzeitig Verständnis. "Unsere Bedingungen sind einfach katastrophal". Deshalb und im Interesse der rund 200 aktiven Mitglieder, darunter 120 Kinder und Jugendliche, müsse endlich das geplante Vereinsheim mit modernen Umkleide- und Sanitärräumen gebaut werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 1,1 Millionen Euro. Der FC Einheit hat in Zusammenarbeit mit der Harz AG für den Neubau einen Förderantrag beim Land gestellt. Es ist der zweite Antrag, der erste wurde im Vorjahr abgelehnt.

Nun wird gemunkelt, dass die Hasseröder erneut keinen Zuschlag erhalten. "Bislang liegt uns noch keine schriftliche Entscheidung vor", sagte Helmut Homann. Im Rathaus ist ebenso noch nichts bekannt. Laut Pressesprecher Andreas Meling steht die Stadt zur zugesagten Kofinanzierung in Höhe von 521 000 Euro. Von dieser Summe hat Einheit 48 000 Euro für die Planungsleistungen erhalten, sodass 473 000 Euro noch für die Realisierung bleiben würde, vorausgesetzt, das Land stimmt dem Förderantrag zu.

Der Unterbau für den Kleinfeldplatz ist fertig. Ende Mai soll Kunstrasen verlegt werden. Für dieses Projekt samt Flutlichtanlage hat der FC Einheit einen Kredit von 220 000 Euro aufgenommen. "Um so mehr hoffen wir, dass nun das Vereinsheim folgt", so Homann.