Wernigerode. Volksstimme-Leserin Doris Eckstein hörte einen lauten Knall, dann standen Freitagnacht die Papiercontainer unmittelbar neben ihrer Wohnung in der Wernigeröder Elise-Crola-Straße in Flammen (wir berichteten). Die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr hatten vergeblich gegen die Flammen gekämpft. Von zwei Containern für Papiermüll blieb nicht mehr als ein verkohlter Fleck auf dem Beton.

"Jetzt reicht‘s", sagt Heiko Tietz. Der Vertreter des Mieterrats und Anwohner der "Elise" sagt: "So schlimm wie jetzt war es hier nie." Er geht von Brandstiftung aus. Nicht der erste Fall im Stadtfeld, wie auch Torsten Drockner von der zuständigen Entsorgungswirtschaft enwi in Halberstadt weiß. "Das Wohngebiet ist ein Schwerpunkt." 236 Euro kostet ein Papiercontainer, auf den Kosten bleibt die Firma sitzen. "So etwas kann man nicht versichern. Uns bleibt nur, Anzeige zu erstatten und zu hoffen, dass der oder die Täter zur Rechenschaft gezogen werden."

Die Brandstifter zu ermitteln, ist schwierig, sagt Uwe Becker vom Polizeirevier Harz auf Volksstimme-Nachfrage. "Nach einem Brand wie Freitagnacht bleibt nahezu nichts übrig. Da wir keine Spuren sichern konnten, sind wir auf Zeugen angewiesen." Um Brandstiftern zukünftig das Zündeln zu verleiden, sehen Torsten Drockner und Olaf Sauter vom städtischen Ordnungsamt nur eine Möglichkeit. Die Tonnen müssten brandsicher verpackt werden, z. B. in feuerfesten Betonkästen. "Doch die sind teuer", weiß Drockner. Derzeit stehen die Container auf einem umzäunten Platz, der der Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode (GWW) gehört. Zugang haben alle Mieter. Da der Stellplatz nicht überdacht ist, könnten Brandsätze über den Zaun geworfen werden.

GWW-Geschäftsführerin Kirsten Fichtner war gegenüber Volksstimme zu keiner Stellungnahme bereit.