Wernigerode. Drei- bis viermal monatlich packen Fleischermeister Heinz Sallier und seine im Geschäft arbeitende Frau Evelin Pakete; vor Weihnachten sind es deutlich mehr.

Empfänger sind vorwiegend Wernigeröder, die nun in den verschiedensten Gegenden der alten Bundesländer leben und sich auch mit Harzer Fleisch- und Wurstwaren ein Stück von der alten Heimat erhalten wollen. Zunehmend werden Würste aus eigener Produktion sogar ins Ausland verschickt.

Es spricht sich also herum, dass sich der 53-jährige Meister seit 1995 beinahe jährlich äußerst erfolgreich mit seinen Produkten an nationalen und internationalen Qualitätswettbewerben beteiligt.

Heinz Sallier und sein Team waren jüngst gleich dreimal in Holland erfolgreich. In einem internationalen Qualitätswettstreit erhielt er für eine luftgetrocknete Mettwurst, die Harzer Schlackwurst und eine Kochsalami jeweils ein silbernes Diplom. "Dafür mussten wir neutrale Proben ohne Hinweis auf ihren Hersteller einreichen", erläutert der Meister. Rund 150 Betriebe aus Holland, Dänemark, Österreich und Deutschland hatten sich an dem Wettbewerb im Nachbarland beteiligt.

1913 ist das Familienunternehmen in Wernigerodes Georgiistraße 17 gegründet worden. Sein Vater führte den Betrieb zunächst weiter, übernahm dann allerdings zu DDR-Zeiten eine Fleischerei des staatlichen Handels (HO) in der Innenstadt. Heinz Sallier nutzte am 18. Oktober 1990 die Gelegenheit, sich nach Lehre und Meisterausbildung wieder am Stammsitz der Familie selbständig zu machen.

Seitdem gehören zu seinem Handwerksbetrieb ständig auch zwei, drei Lehrlinge, denen er seine Kniffe weitergibt und sie zu guten Gesellen ausbildet. "Mit fast allen ehemaligen Auszubildenden stehen wir noch in Kontakt", berichtet der Meister im Volksstimme-Gespräch. Sallier, der sich ehrenamtlich als Wernigeröder Kreishandwerksmeister engagiert, freut sich besonders, dass mit Marcel Pook ein ehemaliger Lehrling gegenwärtig Lebensmitteltechnologie studiert.