Wernigerode. Neben den zahlreichen Jungtieren (Volksstimme berichtete) gibt es seit kurzem einen neuen Bewohner im Wildpark "Christianental", einen jungen Keiler. Er ersetzt den bisherigen Keiler "Ronny", der kürzlich von seinem Leid erlöst werden musste. "Wir mussten dies tun, denn der Keiler war nicht nur sehr alt, sondern krank. Er wäre sonst langsam und qualvoll gestorben", erklärt Frank Lüddecke, Mitarbeiter im Wildpark.

Der neue Keiler ist mit dem stattlichen "Ronny" aber noch nicht zu vergleichen. Es handelt sich um "Max", ein etwa fünf Monate altes Tier. Max wurde am 20. Dezember 2010 als etwa sieben Tage alter Frischling von Sven Könnecke aus Amfurth bei Oschersleben an einer Straße gefunden. "Ich wollte gerade zur Arbeit fahren, da stand eine Frau mit dem Tier auf dem Arm am Straßenrand und bat um Hilfe." Vom Rest der Wildschwein-Rotte sei nichts zu sehen gewesen, und die Frau wusste nicht wohin mit dem Tier. Da sie es aber schon angefasst hatte, konnte es nicht zur Rotte zurück. "Also nahm ich es mit", erzählt der ehrenamtliche Keilerpapa.

Zu Hause bei den Könneckes wurde "Max" im Entenstall aufgepäppelt. Der neunjährige Sohn Justin kümmerte sich besonders liebevoll um den Gast, gab ihm oft die Flasche und sorgte so dafür, dass Max prächtig durch den Winter kam. Doch Justin wusste auch, dass er sich früher oder später von seinem vierbeinigen Freund trennen müsse. So fragte die Familie im Wernigeröder Wildpark nach, ob Bedarf an einem jungen Keiler bestehe.

"¿Max‘ freut sich immer über Besuch"

Und da im Christianental ohnehin nach Ersatz für "Ronny" gesucht wurde, kam das Angebot von Familie Könnecke gerade recht. In dieser Woche zog "Max" nun im Wildpark ein.

In den ersten Tagen werde es noch einige Eingewöhnungsprobleme geben, sagt Frank Lüddecke. Das liege in der Natur der Tiere. "¿Max‘ ist für die anderen Wildschweine ein Fremder, der als Bedrohung empfunden wird." Vor allem deshalb, weil eine der Bachen einen Frischling habe. Deshalb müssen die Tiere langsam aneinander gewöhnt werden.

Über Ostern wird "Max" auf jeden Fall noch sein "Einzelzimmer" bewohnen. Danach soll er langsam und kontrolliert in die Rotte integriert werden. "Und da ¿Max‘ an Menschen gewöhnt ist, freut er sich immer über Besuch." Spätestens zum Wildparkfest am 8. Mai wollen auch die Könneckes wieder nach ihrem einstigen Schützling schauen.