Ilsenburg (rar). Wegen des nahen Grenzverlaufs fristete Ilsenburgs Osterfeuer jahrzehntelang am unteren Ende der Amtswiese ein Mauerblümchendasein. Von der Obrigkeit eher zähneknirschend geduldet, als denn aus wirklichem Traditionsbewusstsein durchgeführen lassen. Und seit man es lodern lässt, blickten die Verantwortlichen sehnsuchtsvoll an den oberen Waldrand. Aber ein Osterfeuer im unmittelbaren Grenzbereich blieb freilich stets utopisch. Um so größer war die Freude, dass man mit dem Wegfall der Grenze Ostern 1990 erstmals auch ganz nach oben an den Waldrand ziehen konnte, dabei die Stadt zu Füßen. Umgekehrt ist natürlich auch aus der anderen Perspektive der Stadt das Osterfeuer fast überall eindrucksvoll zu beobachten. Von jener im Nordharz ganz zu schweigen. Doch in die Euphorie mischte sich auch bei der jüngsten Winteraustreibung unüberhörbare Ernüchterung. Torsten Domsch: "Früher waren wir mal 40 Leute, die das hier aufwändig vorbereitet haben. Jetzt sind wir gerade noch sieben. Die jungen Leute haben einfach keine Lust mehr oder Besseres zu tun." Immerhin ist der tagelang betriebene Aufwand ja keineswegs unerheblich und sogar mit Kosten verbunden, die man erstmal wieder einspielen muss. Das Szenario, bei miserablem Wetter auf der Amtswiese mal weitestgehend unter sich zu bleiben, mag gar keiner wirklich durchspielen. Zwischen Donnerstag und Sonnabend campierten die "Macher" als Brandwache neben dem Feuer. Aber nicht nur der personelle Aderlass stimmt auf der Amtswiese bedenklich. Es gilt als ungeschriebenes Geheimnis, dass die unmittelbare Nähe zum Nationalpark bei den Verantwortlichen dort auch auf größte Skepsis, wenn nicht sogar auf offene Ablehnung, stößt. Zwischen Osterfeuer und Nationalparkgrenze liegen kaum 50 Meter. Domsch: "Keine Ahnung, wie das hier weiter geht. Wir sind bloß froh, wie wir hier seitens der Stadt unterstützt wurden.

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