Kein Geld für den neuen Sportplatz hinter der Harzlandhalle ? Mit dieser Begründung, vornehmlich aus CDU-Kreisen des Stadtrates, wollen sich die Sozialdemokraten keinesfalls abfinden. Eigens dazu holten sie jetzt Sachsen-Anhalts Gesundheits- und Sozialminister Norbert Bischoff nach Ilsenburg.

Ilsenburg. " Hat der Sportplatz-Neubau noch eine Chance ?" Unter diesem Motto lud die SPD kürzlich in das " Haus Abendsegen " ein. Knapp 50 Interessenten, vornehmlich aber nicht ausschließlich, aktive Sportler des FSV Grün-Weiß Ilsenburg waren dieser gefolgt. Darunter auch die beiden Fraktionsvorsitzenden der CDU sowie der Linken / Bündnis 90 / Grüne, Karl Berke und André Lüderitz. Hatte Ersterer zunächst noch den nötigen Konsens mit den Worten " bei dem Thema müssen wir aufeinander zugehen " beschworen, war er es selbst, der wütend und lange vor Beendigung des Forums wegen vermeintlicher Unterstellungen den Saal verließ.

Das Motto aus der Sicht der SPD eine klassische Suggestivfrage. Ist doch seit langem klar, dass die Sportler in den Sozialdemokraten im Allgemeinen und in Ex-Bürgermeister Wilfried Obermüller eine besonders hartnäckige Lobby haben. Und genau diese sah sich in den Aussagen des neu im Amt befindlichen Ministers auch durchaus bestärkt. Dessen Tenor : Würde das Fördergeld für den Sportplatzneubau nicht noch in diesem Jahr abgerufen werden, wäre der positive Bescheid nach dem 31. Dezember Makulatur. Und ob der dann fällige neuerliche Antrag noch einmal positiv beschieden würde, sei zumindest sehr fraglich, wenn auch nicht ganz auszuschließen.

Genau 516 396 Euro der Gesamtinvestition von 2, 2 Millionen Euro gelten als förderfähig. Das Land würde 153 396 Euro, also 30 Prozent fördern. Für die Stadt Ilsenburg blieben 362 925 Euro als sogenannte " förderfähigeMaßnahme " übrig. Der Minister sprach davon, dass es wenig Spielraum für eine höhere Förderung gäbe, ganz ausschließen wollte er es aber auch nicht. Allerdings sei er dafür nicht der richtige Adressat, sondern das Hallenser Landesverwaltungsamt. Klar ist auf jeden Fall, dass die Spekulation auf eine Umwidmung der Fördersumme zugunsten des desolaten Sportplatzes " Am Eichholz " auszuschließen ist. Dafür würde kein Geld fließen, betonte Minister Bischoff. Übrigens handelte es sich in dieser Angelegenheit bereits um den dritten Ministerbesuch.

Gäbe es Mehrheiten im Stadtrat, zeigte sich der Sozialminister durchaus optimistisch, wäre sogar eine Fristverlängerung des Bescheids um genau ein Jahr, also bis zum 31. Dezember 2011, vorstellbar. Er jedenfalls würde diese befürworten.

Ein entsprechender Vorschlag war von Franktionschef André Lüderitz ( Linke / Bündnisgrüne ) gekommen. Dessen Pendant von der SPD im Stadtrat, Wilfried Obermüller, favorisierte angesichts der Ebbe in der Stadtkasse eine Minimalvariante. Man sollte erstmal nur den förderfähigen Rasenplatz bauen. Ein weiterer mit Kunstrasen könnte in zwei bis drei Jahren folgen. Damit wäre dem drohenden Totalverlust des Geldes aus Magdeburg auf lange Sicht Einhalt geboten. Obermüller : " Wenn wir uns jetzt auf den alten Platz am Eichholz konzentrieren, wird der neue definitiv sterben. " Und dass er tatsächlich am seidenen Faden hängt, wurde später klar. Vorwürfe in der Diskussion reichten von Sätzen wie : " Hier geht es nicht um eure politische Differenzen, sondern um den Fußball " bis hin zu " das Ergebnis lässt zu wünschen übrig " oder dem Vorwurf von " keiner politischen Kultur ".