Die Harzer Forelle kennt keine Grenzen - deshalb sollten sich auch die Anglervereine der Region gewässerübergreifend zusammensetzen, um die besten Hegemethoden für gesunde Fischbestände in den Gewässern anzuwenden. Das schlagen zwei Experten vor.

Wernigerode / Altenbrak. " Es ist sehr lobenswert, dass der Fliegenfischer- und Gewässerschutzverein " Bodetal " die heimische Bachforellenpopulation durch Erbrütung in einem eigenen Bruthaus stützen will. " So loben Otfried Wüstemann, Gewässerbeauftragter des Nationalparks Harz, und Ulrich Eichler, Umweltbeauftragter der Stadtverwaltung Wernigerode.

Wüstemann und Eichler sind zugleich Vorsitzender und Stellvertreter des Wildfischund Gewässerschutzvereins Wernigerode und setzen sich seit Jahren für die Hege des heimischen Fischbestandes ein. Sie wollen diese Hege nun auf eine neue Stufe stellen.

Dazu schlagen beide einen Erfahrungsaustausch aller betreffenden Vereine der Region mit der Oberen Fischereibehörde und der Naturschutzbehörde des Harzkreises vor. " Im Bereich der Bode gibt es ja schon gute Beispiele, wie man die heimische Bachforelle unterstützen kann ", so Wüstemann. Eichler verweist auf die Forellenbruthäuser in Königshütte und Rübeland, in denen bodenständige Bachforellen aus den jeweilig anliegenden Fließgewässern zur Bestandsstützung nachgezogen werden. " Diese Erfahrungen sollte man unbedingt nutzen ", meinen beide Fischfreunde.

Anlass für ihre Wortmeldung ist der Volksstimme-Bericht über die erfreulichen Aktivitäten des Fliegenfischer- u. Gewässerschutzvereins " Bodetal " mit Sitz in Altenbrak. Dessen Mitgliedern um Hans-Werner Klapproth ist es gelungen, nach langen Mühen auch ein Bruthaus einzurichten. Aus diesem schwimmen dies Jahr erstmals um die 150 000 junge Forellen in die Bode unterhalb der Talsperren ( siehe Ausgabe vom 4. Januar ). In den Oberharzer Fließgewässern gehe es dagegen darum, so Eichler und Wüstemann weiter, die autochthone oder angestammte Harzer Bachforelle bei der Vermehrung zu unterstützen. Dabei seien Erfolge erreicht worden, die sich auch im unteren Bodetal anwenden lassen. Und um genau das zu beraten, sollten Fliegenfischerverein " Bodetal ", Oberharzer Angelsportverein, die Vereinigung Nordharzer Angelvereine, der Wernigeröder Wildfischverein etc. zusammenkommen. " Es ist ein einheitlicher Naturraum, und es macht für die Forelle keinen Unterschied, wer das Gewässer pachtet, in dem sie gerade schwimmt und sich wohlfühlen soll, so Wüstemann und Eichler. Angestrebt werde eine erstmalige Zusammenkunft aller Harzer Fischfreunde jetzt zum Frühjahr.