Wendefurth. Zu einer Erhöhung des Wasserstandes der Bode soll es am Freitag, 13. November, in der Zeit von 8 bis 15 Uhr kommen, informierte gestern der landeseigene Talsperrenbetrieb ( TSB ). Grund für den Anstieg des Wassers in dem Gewässer seien Tests eines zuvor sanierten sogenannten Ringkolbenventils am Abfluss der Wendefurther Talsperre. Durch das Ventil werde für den Probelauf Wasser aus der Talsperre in die Bode abgelassen und damit die Funktion des Verschlusses geprüft, erläuterte Joachim Schimrosczyk, Geschäftsbereichsleiter Bau und Betrieb beim TSB, das Vorgehen.

Die Auswirkungen der Ventilöffnung und die damit verbundene Wasserabgabe wären im Tal der Bode spürbar. Eine Flutwelle würde es aber nicht geben. Stattdessen würde der Wasserabfluss aus der Talsperre geregelt erhöht : erst fünf, dann zehn und 15 Kubikmeter pro Sekunde. Maximal würden 25 Kubikmeter des kühlen Nasses aus der Sperre abgelassen. In Spitzen seien auch 30 Kubikmeter in der Sekunde möglich, rechnete Schimrosczyk vor.

Das Bodetal sei für solche Wassermengen ausgelegt. Es werde zu keinen Schäden kommen, beruhigte der TSB-Mitarbeiter im Volksstimme-Gespräch. Derzeit flössen 3, 4 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus der Wendefurther Talsperre in die Bode, zu Zeiten des Hochwassers 1994 sollen es 90 Kubikmeter in der gleichen Zeitspanne gewesen sein.

Der erhöhte Wasserstand bedeute für die Pegel in Thale einen Wasserstand von zwei Metern. Dort werde auch die Hochwassermeldestufe " A 1 " gerade so erreicht, prognostizierte Schimrosczyk. Für die Stadt Wegeleben sei ein Wasserstand von 1, 55 Meter möglich. Das Nass trete aber nicht über die Ufer. Der TSB in einer Mitteilung : " Unterhalb des Pegels Wegeleben wird die Welle verflachen. "

Anglern empfahl der Geschäftsbereichsleiter, an diesem Tag an der Bode vorsichtiger zu sein, die Fische vom sicheren Ufer aus an Land zu ziehen und nicht ins Wasser zu gehen.

Das sei der erste Probelauf eines der Ventile seit langem, sagte Schimrosczyk. In Zukunft solle es aber jedes Jahr einen solchen geben. Dafür würden Zeiten genutzt, in denen keine Schäden am Fluss möglich seien.

Das Ringkolbenventil könne man sich wie einen überdimensionierten und komplizierten Wasserhahn vorstellen, erläuterte der TSB-Mitarbeiter den technischen Hintergrund. Zwei dieser Ringkolbenventile verschlössen die beiden Grundablassrohre der Wendefurther Talsperre.