Die Kindertagesstätte im Wernigeröder Stadtteil " Burgbreite " wird seit Dienstag abgerissen. Das marode Gemäuer soll im nächsten Jahr einem Neubau weichen. Die Einrichtung soll dann als erst vierte dieser Art in Deutschland zu einem " Musikkindergarten " umprofiliert werden.

Wernigerode. " Jetzt geht es endlich los ", zeigte sich Peter Gaffert mit dem Beginn der Arbeiten am " Zwergenland " in der Albert-Schweitzer-Straße zufrieden.

Wernigerodes Oberbürgermeister erinnerte am Dienstagnachmittag bei einem Termin vor Ort an die Gutachten und Fördergeldanträge, die seit Jahren immer wieder erfolglos beim Land eingereicht worden waren. Der jüngste Bescheid lässt allerdings hoffen. Mehr noch : Mit dem jetzt eingegangenen Schreiben konnte die Abrissfirma vorzeitig in Marsch gesetzt werden. Gaffert : " Wir nehmen das als Signal für die Umsetzung des Projekts. " Das wird nach den Worten des Rathauschefs insgesamt rund 2, 7 Millionen Euro kosten. Davon hat die Stadt etwa 500 000 Euro selbst aufzubringen. Geplant sind zwei Abschnitte. Bereits im nächsten Jahr soll der Bau vollendet werden können. Vorausgesetzt, das zugesagte Geld aus Magdeburg fließt pünktlich.

Die derzeit 160 Kinder verbleiben in der Einrichtung. Sie ziehen nach Fertigstellung des ersten Traktes im hinteren Teil einfach in diesen um.

1975 war das heutige " Zwergenland " im damals noch jungen Wohngebiet " Burgbreite " errichtet worden. " 1996 wurden bereits erste Risse entdeckt ", erinnerte sich Christiane Paul. Die Sozialamtsleiterin kündigte zugleich an : " Das soll ein Novum für Wernigerode werden. " Künftig wird das Haus demnach ein " Musikkindergarten " sein. Bislang gibt es solche spezialisierten Tagesstätten nur in Berlin, Dresden und Bochum. Christiane Paul : " Wir sind schon dabei, Personal auszubilden und auszuwählen. "

In gut zwei Wochen kann der Abriss beendet sein, schätzen die Spezialisten einer Stendaler Firma ein. Der eigentliche Neubau kann dann " nach dem Frost " etwa im März, spätestens April beginnen, zeigte sich Uwe Dehn als zuständiger Sachgebietsleiter der Stadtverwaltung auf Volksstimme-Nachfrage durchaus optimistisch. Er dankte vor allem den Planern, die bei den vielen Änderungen im Antragsverfahren so viel Geduld bewiesen hatten.