Die Sporthalle der ehemaligen Gorki-Schule wird zurückgebaut, teilte die Kreisverwaltung mit. Doch ein Zurück wird es für das Gebäude wohl nicht geben, Wernigerode ist um eine Sportstätte ärmer.

Wernigerode. Fast unbemerkt von den Wernigerödern wird die Turnhalle der ehemaligen Maxim-Gorki-Schule abgerissen. Mitarbeiter einer Fachfirma aus Thale haben am Montagmorgen damit begonnen, die sogenannte Einfeldsporthalle zu entkernen. In Containern werden Holz, Metall und sonstiger Abfall sortiert. Das Grobe – der Abriss der Spezialbeton-Sonderkonstruktion samt Mauerwerk – übernimmt dann ein Bagger, der am Freitag anrollen soll.

Anschließend wird die Fläche geebnet und begrünt. Die Arbeiten sollen laut Pressemitteilung des Kreisamtes für Zentrale Gebäudeverwaltung bis zum 30. Oktober dauern, die Anwohner werden um Verständnis gebeten, dass es zu Staub- und Lärmbelästigungen kommen könne. Die Kosten für den Abriss von rund 25 000 Euro teilen sich die Harzkreisverwaltung als Träger der Immobilie und die Wernigeröder Stadtbehörde als Eigentümer des Grundstücks an der Walther-Rathenau-Straße.

Ein trauriges Ende für eine Sportstätte, das bereits vor mehr als zwei Jahren der damalige Wernigeröder Kreistag und auch der Stadtrat beschlossen hatten. Angedeutet hatte sich das Aus schon viel früher. Die Sanierung der marode gewordenen Turnhalle sei um ein Vielfaches teurer als ein Neubau, hieß es immer wieder in Begründungen. Wobei ein Neubau stets nur Bestandteil von verschiedenen Konzepten war. Insider wissen, dass seit der Wende nie richtig in den Erhalt der Turnhalle investiert wurde bzw. mangels Geld in öffentlichen Kassen werden konnte. Erst recht nicht, als feststand, dass der Schulstandort unterhalb des Schlosses aufgegeben wird.

Zuletzt wurden in dem Anfang der 70er Jahre erbauten Schulneubau vom Typ Erfurt Berufsschüler unterrichtet, für die Zeit, als in der Feldstraße die Bildungsstätte von Grund auf modernisiert wurde. Die Berufsschüler zogen 2006 aus, die Gorki-Schule steht seitdem leer, die Sporthalle wurde geschlossen. Besser gesagt, " baupolizeilich gesperrt ", wegen erheblicher Sicherheitsmängel. Das Problem wird nun mit dem Abriss gelöst.

Als " absoluten Verlierer " im Tauziehen um die Sportstätte sehen sich die Kinder und Jugendlichen der Liv-Ullmann-Schule in der Rathenaustraße. Anstatt jedesmal nach Silstedt und zur Francke-Schule in Hasserode mit dem Bus gefahren zu werden, würden sie den Sportunterricht viel lieber in unmittelbarer Nähe ihres Lernortes betreiben.