Ein neues Wäldchen oberhalb von Benneckenstein nimmt Gestalt an. Sechs Bäume wurden am Osterwochenende feierlich auf dem Rappenberg gepflanzt. Zehn von geplanten 21 Bäumen künden nun von ganz persönlichen Beweggründen ihrer Spender und Paten.

Benneckenstein ( jko / bfa ). Während es anderswo in Deutschland Osterprozessionen oder -märsche, Osterspaziergänge oder gar Osterreiter gibt, zogen in Benneckenstein Oster-Baumpflanzer in die Landschaft hinaus.

Bei herrlichem Wetter ging es Sonnabendvormittag mit klingendem Spiel des Derenburger Spielmannszugs zum Rappenberg oberhalb der Stadt. Mit im Gepäck : sechs neue Bäume für den Bürgerpark. Sie sollten dort pünktlich vor dem Osterfest für Benneckenstein und als Erinnerung an persönliche Begebenheiten in die Erde gebracht werden. So pflanzte Bernd Weißmann zum Beispiel anlässlich seines 50. Geburtstages gemeinsam mit seiner Familie eine Sommerlinde, den Baum des Jahres 1991. Eine Rotbuche, Baum des Jahres 1990, brachten Christa und Robert Pilger in den Boden, quasi als Dank an ihre " neue Heimat ". Denn Pilgers zogen vor etwa einem Jahr von Bremen nach Benneckenstein, fühlen sich in der Oberharzstadt sehr wohl und gut aufgenommen. " Das wollen wir mit der Pfanzung auch zeigen ", kommentierten sie die Aktion.

Eine Bergulme als Baum des Jahres 1992 pflanzten dann Werner und Lilian Henke aus Wolgast. Die beiden Feriengäste erinnerten damit an ihre goldene Hochzeit. Nicht ohne Grund : Denn als das Paar frisch verliebt vor 50 Jahren heiratete, verbrachte es schon die Flitterwochen im Harz. Nun kam die mit den Ehejahren gewachsene Familie nach Benneckenstein und setzte zur Erinnerung ein Bäumchen in die Erde. Ein weiterer Baum, eine Rosskastanie ( Baum des Jahres 2005 ) wurde von Jutta Emmerich-Seidlitz gepflanzt.

Ihr wurde dafür auch ganz besonders gedankt. Denn als Eigentümerin des Feldflurstückes stellt sie das Gelände für den entstehenden Sport- und Erlebnispark uneigennützig zur Verfügung. Sie brachte auch eine naturverbundene Freundin vom Naturschutzbund mit – Gabriele Köppe aus Hannover. Sie ist Geschäftsführerin des NABU-Landesverbandes Niedersachsen und hinterlässt mit einem weiteren Baum ebenfalls eine Spur in Sachen Liebe zur Natur. Auch die Spielleute aus Derenburg pflanzten einen Baum. Sind sie doch seit zehn Jahren Stammgäste im Schullandheim " Dreiländereck " und brachten zur Erinnerung daran eine Gemeine Eibe ( Baum des Jahres 1994 ) in den Boden.

Von den für das Bürgerpark-Wäldchen geplanten 21 Bäumen sind damit nach diesem Osterfest zehn in der Erde. Sie markieren den Start zum Aufbau des Sport- und Erlebnispfades als Zubringer zum Grenzwanderweg und zum Grünen Band Deutschland.

Der neue Park gehöre zum " Interaktiven multifunktionalen länderübergreifenden Sport- und Erlebnispfad ", wie Schullandheimchef Frank Weiner informierte, und werde im Sommer eröffnet. Weiner, der die Pflanzaktion schon 2008 begonnen hat, leitete auch diese jüngste Pflanzung : " Nun haben wir die Bäume begossen, nun wollen wir uns nach alter Sitte auch innerlich begießen !" lud er die Teilnehmer anschließend zu einer Runde mit hausgemachtem Bärlauchschnaps ein. Nach etwa einer Stunde ging die gelungene Osterpf an- zung dann zu Ende. Werner Henke hatte vor seinem Goldhochzeits-Baum Worte gesagt, die sich alle irgendwie auf die derzeitigen und künftigen Bürger-Bäumchen bezogen : " Wachse und gedeihe, lass dich nicht verbiegen, gewähre den Tieren immer ein gutes Asyl und erlebe eine schöne und friedvolle Zukunft !" Übrigens